Das "Halluzinieren“ von KI ist zutiefst menschlich
Künstliche Intelligenz halluziniert. Und wir so? Reden doch auch einfach so drauf los. Ohne Faktencheck, und ziemlich oft mit ziemlich viel Fantasie. Wir Menschen sind schon ziemlich faszinierende Wesen. Kaum fragt uns jemand etwas, das wir nicht wissen, passiert eines von zwei Dingen: Entweder murmeln wir verlegen ein „Puh, keine Ahnung …“ oder – und das ist die Königsdisziplin – wir erfinden einfach was. Elegant, plausibel, manchmal totaler Quatsch, aber immer mit einer gewissen Überzeugung.
„KI halluziniert“, sagen wir dann vorwurfsvoll und empört, wenn ChatGPT oder CoPilot uns mal wieder Unsinn ausspucken. Aber seien wir ehrlich: Wer hat nicht schon mal in einer Diskussion einfach ein vermeintliches „Faktum“ aus der Luft gegriffen, um nicht ganz dumm dazustehen?
Dass KI halluziniert ist doch eigentlich die menschlichste Eigenschaft überhaupt …
Die Kunst des menschlichen Halluzinierens
Es gibt da dieses soziale Phänomen: Man will nicht unwissend wirken. Also füllt man die Wissenslücke mit irgendwas. So entstehen Aussagen wie:
„Ja klar, die Pyramiden wurden mit Hilfe von Alien-Technologie gebaut, stand neulich irgendwo!“
„Also ich hab gehört, dass Spinat doch gar nicht so viel Eisen enthält, weil da mal ein Komma verrutscht ist!“
„Napoleon war super klein. Ja, unter 1,50m oder so!“
(Das Internet so: Nein, nein und nein.)
Aber egal. Denn wir machen das nicht absichtlich. Unser Gehirn ist ein assoziatives, pattern-matching-Wunderwerk. Es setzt Bruchstücke zu einer kohärenten Geschichte zusammen – ob sie stimmt oder nicht. Ein bisschen wie ein Autokorrektur-Textgenerator auf Speed.
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KI als Spiegel unseres eigenen Gequassels
Jetzt setzen wir uns hin und spotten über KI, die angeblich „halluziniert“. Aber was macht sie? Sie tut exakt das, was wir auch tun: Sie vervollständigt, extrapoliert, füllt Lücken mit Wahrscheinlichkeiten.
Fragt man eine KI: „Wie hieß der Hund von Albert Einstein?“ – dann kann es passieren, dass sie antwortet: „Sein Hund hieß Lumpy.“
Lumpy! Total erfunden. Aber auf eine charmante Weise logisch. Denn Einstein hatte viele Tiere. Und „Lumpy“ klingt absolut nach einem Namen, den ein exzentrischer Wissenschaftler seinem Hund geben könnte.
Ist das ein Fehler? Oder ist es einfach eine Art automatisierte Plausibilitätsbehauptung? Das menschliche Gehirn macht nichts anderes: Es sucht nach Mustern, ergänzt Lücken, und manchmal (oft) liegt es dabei daneben. Siehe auch Symbiotic Work: Wie Teams aus Menschen und KI-Agenten die Arbeit der Zukunft prägen
Warum wir KI für Fehler kritisieren, die wir selbst ständig machen
Hier ein Experiment: Stell dir vor, du bist auf einer Party und ein smarter Typ erzählt: „Wusstest du, dass es in Schottland eine offizielle Einhorn-Population gibt?“
Vielleicht denkst du im ersten Moment: Moment mal … klingt komisch, aber hey, Schottland ist mystisch genug. Könnte sein?
Und dann hörst du dich selbst sagen: „Ja klar! Die wurden doch im 19. Jahrhundert dort angesiedelt … oder so.“
Ups. Und da haben wir es wieder: Eine kleine, unbewusste Halluzination. Kein böswilliger Fake, sondern eine soziale Funktion. Wir ergänzen, vervollständigen, weil unser Gehirn lieber eine schlüssige Geschichte hat als eine Lücke.
Wenn eine KI das tut, nennen wir es „halluzinieren“ und ärgern uns. Wenn ein Mensch es tut, nennen wir es „gut improvisiert“.
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Was wir von KI lernen können: Ein bisschen mehr Demut
Vielleicht ist die eigentliche Erkenntnis nicht, dass KI halluziniert, sondern dass wir es selbst ständig tun. Nur, dass wir unsere Halluzinationen als „Meinungen“, „Vermutungen“ oder „gefährliches Halbwissen“ tarnen.
Also, wenn das nächste Mal jemand sagt: „Diese KI kann man nicht ernst nehmen, die erzählt manchmal Blödsinn!“, dann können wir ruhig zurückfragen:
„Ja und? Machst du doch auch.“
Denn am Ende ist KI eben nur eins: ein Spiegel unseres eigenen Denkens. Und ehrlich gesagt – manchmal ist es doch auch ganz schön lustig, oder?
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Über die Autorin: Henriette Hochstein-Frädrich
Unternehmerin. Plattformgründerin. Autorin. Keynote-Speakerin. Und jemand, der KI nicht erklärt, sondern nutzt. Sie glaubt nicht an Hype, sondern an Verstehen, Selbstwirksamkeit und bewusste Entscheidungen. Während viele noch darüber reden, welche Tools es gibt, arbeitet sie längst damit – im Aufbau von Plattformen, in der Entwicklung von Geschäftsmodellen und im täglichen Arbeiten. Ihr Fokus liegt nicht auf Technologie, sondern auf dem, was sie verändert. Denn die eigentliche Frage ist nicht, was KI kann. Sondern was sie mit uns macht. Und was wir mit ihr machen. Genau darum geht es in ihren Vorträgen.
Henriette Hochstein-Frädrich ist Keynote-Speakerin, Unternehmerin, Autorin und Multi-Plattformgründerin – und eine der klarsten Stimmen, wenn es um Veränderung, Motivation, Führung und den bewussten Umgang mit neuen Technologien geht.
Seit über 15 Jahren arbeitet sie mit Unternehmen, Organisationen und Menschen, die nicht nur funktionieren wollen, sondern verstehen, gestalten und Verantwortung übernehmen möchten. In ihren Vorträgen und Workshops verbindet sie Psychologie, Neurowissenschaft, gesellschaftliche Entwicklungen und eigene unternehmerische Erfahrung zu Impulsen, die wirken – ohne zu belehren und ohne zu beschönigen.
Henriette Hochstein-Frädrich steht für Substanz statt Buzzwords, für Klarheit statt Hype und für echte Anwendung statt theoretischer Begeisterung. Sie arbeitet selbst seit Jahren mit Künstlicher Intelligenz – im Aufbau von Plattformen, in der Entwicklung von Geschäftsmodellen und im täglichen Denken und Entscheiden. Für sie ist KI kein Trend, sondern ein Werkzeug – und vor allem ein Spiegel dafür, wie wir arbeiten, führen und miteinander umgehen. Ihr Ansatz ist dabei klar: Nicht die Technologie steht im Mittelpunkt. Sondern immer der Mensch, der sie nutzt.