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Kultur entsteht im Kopf – und zeigt sich im Handeln · Online-Keynote für die Deutsche Bundesbank

Wie wird aus einem Kulturleitbild gelebte Unternehmenskultur? Henriette Hochstein-Frädrich über Widerstand, Veränderung, Mut, Vertrauen und Selbstwirksamkeit in einer Online-Keynote für die Deutsche Bundesbank.

Titelfolie der Online-Keynote „Kultur entsteht im Kopf – und zeigt sich im Handeln“ für die Deutsche Bundesbank am 23. September 2026
Deutsche Bundesbank · Online-Keynote „Kultur entsteht im Kopf – und zeigt sich im Handeln“ · 23.09.2026

Kategorie

Keynote · Impulsvortrag

Format

Online-Keynote

Kunde & Datum

Deutsche Bundesbank · 23.09.2026

Sprache

Deutsch

Wie wird aus einem Kulturleitbild tatsächlich gelebte Unternehmenskultur? In einer interaktiven Online-Keynote für die Deutsche Bundesbank nahm Henriette Hochstein-Frädrich die Teilnehmenden mit auf eine ebenso humorvolle wie psychologisch fundierte Reise durch Veränderung, Widerstand und kulturelle Entwicklung.

Im Mittelpunkt stand die Frage, warum neue Leitbilder und Veränderungsimpulse bei Menschen nicht automatisch Begeisterung auslösen – und warum genau darin eine große Chance für echte Kulturentwicklung liegt.

Unternehmenskultur zeigt sich im Handeln

Unternehmenskultur lässt sich nicht einfach beschließen. Werte können formuliert, visualisiert und kommuniziert werden – lebendig werden sie jedoch erst im Verhalten der Menschen.

Unter dem Titel „Kultur entsteht im Kopf – und zeigt sich im Handeln“ ging Henriette Hochstein-Frädrich deshalb bewusst einen Schritt hinter die klassischen Kulturbegriffe zurück. Statt einzelne Werte theoretisch zu erklären, betrachtete sie zunächst die menschliche Reaktion auf Veränderung: Warum denken wir bei neuen Initiativen häufig erst einmal „Och nö“? Woher kommt Widerstand? Und was passiert, wenn wir diesen ersten Reflex nicht sofort mit einem endgültigen Urteil verwechseln?

Von dort führte die Keynote zur eigentlichen Frage von Unternehmenskultur: Kultur ist nicht nur das, was in Leitbildern formuliert wird. Sie zeigt sich im Alltag – in Gesprächen, Entscheidungen, Zusammenarbeit, im Umgang mit Fehlern, Unsicherheit und unterschiedlichen Perspektiven. Mehr dazu im Magazinbeitrag „Die Magie der Fragezeichen“.

„Kultur ist nicht das, was auf dem Plakat steht. Kultur ist das, was wir tun, wenn wir das Plakat doof finden.“

Von abstrakten Werten zu konkretem Verhalten

Am Beispiel der Werte Mut, Vertrauen, Zusammenhalt und Engagement zeigte die Keynote, wie schnell abstrakte Begriffe sehr konkret werden.

Mut zeigt sich dort, wo Menschen Fragen stellen, Entscheidungen treffen und auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben. Vertrauen wird sichtbar, wenn Verantwortung übertragen und Kontrolle bewusst losgelassen wird. Zusammenhalt beweist sich besonders dann, wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Und Engagement bedeutet nicht automatisch „mehr arbeiten“, sondern Gestaltungsspielräume zu nutzen und Verantwortung für den eigenen Einflussbereich zu übernehmen. Damit wurden aus vier Kulturwerten vier praktische Fragen für den Arbeitsalltag – eng verbunden mit Vertrauen und Zusammenarbeit sowie psychologischer Sicherheit.

Widerstand verstehen, ohne darin stehenzubleiben

Impressionen aus der Keynote

Präsentationsfolie: Kultur ist nicht das, was auf einem Plakat steht, sondern gelebtes VerhaltenPräsentationsfolie zur Change Fatigue: Transformation, neue Prozesse, Rollen und ErwartungenPräsentationsfolie zur Geschichte von Unternehmenskultur, Regeln, Ritualen, Hierarchien und TabusPräsentationsfolie: Unternehmenskultur steuert Entscheidungen, Zusammenarbeit, Innovation, Verantwortung und VertrauenPräsentationsfolie: Kulturleitbilder werden durch konkretes Verhalten lebendigPräsentationsfolie im Comic-Stil: Das Kulturleitbild ist keine MängellistePräsentationsfolie zur Lücke zwischen gewünschter und gelebter UnternehmenskulturPräsentationsfolie: Kultur ist nicht das, was auf einem Plakat steht, sondern gelebtes VerhaltenPräsentationsfolie zur Change Fatigue: Transformation, neue Prozesse, Rollen und ErwartungenPräsentationsfolie zur Geschichte von Unternehmenskultur, Regeln, Ritualen, Hierarchien und TabusPräsentationsfolie: Unternehmenskultur steuert Entscheidungen, Zusammenarbeit, Innovation, Verantwortung und VertrauenPräsentationsfolie: Kulturleitbilder werden durch konkretes Verhalten lebendigPräsentationsfolie im Comic-Stil: Das Kulturleitbild ist keine MängellistePräsentationsfolie zur Lücke zwischen gewünschter und gelebter Unternehmenskultur

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Psychologie von Veränderung. Menschen reagieren auf Neues häufig mit Skepsis, weil Routinen Sicherheit geben und Veränderungen zusätzliche Energie benötigen. Widerstand wurde deshalb nicht als Störung betrachtet, sondern zunächst als Information.

Gleichzeitig machte die Keynote deutlich: Verständnis für Widerstand bedeutet nicht, dass jede spontane Ablehnung automatisch die beste Reaktion ist. Zwischen „Ich finde das doof“ und „Deshalb ist es doof“ liegt ein wichtiger Raum für Reflexion, Perspektivwechsel und Selbstführung. Der Artikel „Motivation, Wandel, Veränderung – neu denken“ vertieft diesen Gedanken.

Kultur entsteht auch im Kleinen

Besonders wichtig war die Frage nach dem eigenen Einfluss. Unternehmenskultur entsteht nicht ausschließlich auf Führungsebene und auch nicht allein in strategischen Programmen. Sie entsteht ebenso zwischen Kolleginnen und Kollegen, in Teams, Projekten, Meetings, E-Mails und alltäglichen Gesprächen.

Dabei ging es nicht um die Vorstellung, jeder Einzelne müsse „die Kultur verändern“. Vielmehr um kleine, realistische Handlungsspielräume: Was verstärke ich? Welche Haltung gebe ich weiter? Wie widerspreche ich? Wie gehe ich mit anderen Perspektiven um? Und wo könnte ich selbst fünf Prozent mehr von dem Verhalten zeigen, das ich mir auch von anderen wünsche?

Kernimpulse der Keynote

  • Warum Veränderung und Kulturwandel häufig zunächst Widerstand auslösen
  • Unternehmenskultur als gelebtes Verhalten statt Leitbild auf Papier
  • Psychologische Reaktanz, Change-Müdigkeit und der Umgang mit Skepsis
  • Mut, Vertrauen, Zusammenhalt und Engagement als konkrete Verhaltensentscheidungen
  • Die Wirkung von Aufmerksamkeit, Kommunikation und sozialer Ansteckung
  • Warum Kritik wichtig ist – und wie sie konstruktiv wirksam wird
  • Selbstwirksamkeit und persönliche Handlungsspielräume im Kulturwandel
  • Die „5-Prozent-Idee“: Kulturentwicklung durch kleine, konkrete Veränderungen im Alltag

Vom „Och nö!“ zum Ausprobieren

Die Keynote verband Psychologie, Veränderungsdynamik, Unternehmenskultur und humorvolle Selbstreflexion. Statt ein Kulturleitbild zu erklären oder für bestimmte Werte zu werben, ging es darum, Neugier zu erzeugen, Widerstände verständlich zu machen und kulturelle Entwicklung auf eine sehr praktische Ebene zu übersetzen.

Die zentrale Bewegung des Vortrags: Vom „Och nö!“ über „Aha!“ und „Autsch!“ zu „Okay – probier ich mal.“

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Datum
23.09.2026
Veranstalter / Medium
Deutsche Bundesbank
Ort
Online
Vortragssprache
🇩🇪 Deutsch

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