Vodafones Go-Real-Kampagne: Leg dein Handy weg

Offline ist das neue Cool – und jetzt haben es sogar die Mobilfunkanbieter gemerkt. Über Vodafones „Go Real Life“-Kampagne, Cluesos „Gib mir was Echtes“ und die Frage, warum ausgerechnet die, die am Online-Sein verdienen, plötzlich vom Weglegen träumen.

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN „HANDY WEGLEGEN" UND FREIHEIT

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Vodafone sagt: Leg dein Handy mal weg. Das ist ein Anfang. Aber es reicht nicht. Denn wer nur das Handy weglegt, aber innerlich weiter im Netz hängt, ist nicht frei. Wer bei jedem schönen Moment denkt „das müsste ich eigentlich posten", ist nicht frei. Wer beim Spaziergang unruhig wird, weil er keine Musik, keinen Podcast, keine Nachricht, keinen Input hat, ist nicht frei. Wer offline ist, aber geistig trotzdem im Feed wohnt, hat nur den Bildschirm gewechselt.

Freiheit beginnt später. Freiheit beginnt, wenn der Moment wieder reicht — wenn der Kaffee am Morgen nicht begleitet werden muss, der Spaziergang nicht dokumentiert, das Essen nicht fotografiert, die Freundschaft nicht öffentlich bestätigt, der Erfolg nicht sofort sichtbar gemacht werden muss. Wenn das Leben nicht mehr bewiesenwerden muss, um sich echt anzufühlen. Echtes Leben ist nicht einfach das Leben ohne Handy. Echtes Leben ist das Leben ohne den inneren Zuschauer. Ohne die permanente Vorstellung: Wie würde das wirken? Wer würde das liken? Ist das erzählbar? Ist das teilbar? Ist das besonders genug? Bin ich besonders genug?

Das ist die größte Befreiung: Dinge wieder zu tun, ohne sie verwerten zu müssen. Ein Gespräch führen, das nirgends auftaucht. Einen Sonnenuntergang sehen, der niemandem gezeigt wird. Einen Gedanken denken, der nicht zur Caption wird. Ein Wochenende erleben, das kein Beweisstück braucht. Einfach da sein. Unfassbar radikal, eigentlich. Genau hier endet, was eine Pause leisten kann — und beginnt, was ein echter Schnitt verlangt. Wer den Unterschied zwischen Wellness-Detox und strukturellem Ausstieg ehrlich sortieren will, findet die Treppe dazwischen in „Digital Detox vs. Social-Media-Exit". Und wer schon spürt, dass aus der Pause Ernst werden muss, geht weiter zu „Der große Entzug: 5 Stunden, 5 Schritte".

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Über die Autorin

Henriette Hochstein-Frädrich ist Keynote-Speakerin, Autorin und Unternehmerin – und eine der klarsten Stimmen, wenn es um Veränderung, Motivation, Resilienz und bewussten Umgang mit unserer Aufmerksamkeit geht. Sie arbeitet seit über 15 Jahren mit Unternehmen, Organisationen und Menschen, die nicht nur funktionieren wollen, sondern verstehen, gestalten und verantwortlich handeln möchten. Auf Bühnen, in Workshops, in Vorträgen und Seminaren sowie in ihren Texten verbindet sie Psychologie, Neurowissenschaft, Gesellschaftsanalyse, persönliche Erfahrung und immer auch ein bißchen Humor zu Impulsen, die wirken, ohne zu belehren und ohne zu beschönigen.

Henriette Hochstein-Frädrich steht für Substanz und Klarheit statt Dauerbeschallung, für Tiefe statt Oberfläche und für echte Wirkung statt algorithmischer Sichtbarkeit. Sie ist nicht auf Social Media. Und trotzdem (oder gerade deswegen) wirksam und glücklich. Sie lebt und arbeitet zwischen Bühne, Buch, Businessaufbau, Familie, Hunden, Bewegung, Stille und vielen Gedanken und Ideen, die nicht gepostet werden müssen.

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