Was man alles so findet, wenn man sich selbst finden will

Was macht, lernt und erkennt man 6 Tage lang auf einem Persönlichkeitsentwicklungs-Seminar, das auch noch „360° DU - Das Kriegerseminar“ heißt? Ziemlich viel. Verdammt viel. 

Vorneweg: Danke an Denys. Danke an Manuel. Danke an alle Mitkrieger. 

Es ist schwer, das, was in den 6 Tagen am Fuschl-See so „abgegangen“ ist, in Worte zu packen. Zu sortieren. Und es galt der Ehren-Kodex „What happens in Fuschl, stays in Fuschl“. Aber, ich bin so voller Eindrücke, ich will das teilen. Ich muss das teilen. Zumindest das, was ich für mich mitnehmen konnte. Ich platze sonst noch! Und kann mich auch gar nicht auf andere Dinge und meine Arbeit und Projekte konzentrieren, solange all die vielen Gedanken in meinem Hirn rumflattern. 

Ich habe „sowas“ noch nie gemacht. Ich bin eigentlich viel zu cool für so Seminar-Kram, und dann noch mit Schwertern rumfuchteln und Gruppen-Aktivitäten und „Spiele“, uäh, ich hasse interaktive Spiele, und überhaupt, dieses ganze Seminar-Gedöns, brauch´ ich nicht, will ich nicht. Ich kenne meine Macken, ich kenne meine Abgründe, ich kenne meine Stärken, ich kenne mich, ich lese zu allem 15 Bücher parallel und gleichzeitig, fresse Wissen dazu stapelweise, ziehe mir bei Youtube zig Vorträge von smarten Menschen aus aller Welt zu allen möglichen Themen rein. Ich weiß sowas von Bescheid. Hm. Is klar. Siehe Lektion 3. 

Es war letztlich mein Bauch (und zwei, drei interessante Schicksals-Zufalls-Verknotungen), der mir gesagt hat, ich muss, ich soll das mal machen. Und es ist mein Bauch, der mir sagt, ich muss meine Gedanken dazu jetzt einfach mal runtertackern. Ich bin Autorin, ich denke, reflektiere und verarbeite schreibend. Also los. 


Lektion 1: Hör auf deinen Bauch.

Wenn du so „so ein Gefühl“ hast, dass etwas gut für dich sein könnte, dann vertraue dem Gefühl. Gleiches gilt natürlich auch für das Gegenteil: Komisches Gefühl? Finger weg. Und mein Bauch hatte Recht. Ich bin unendlich dankbar, froh und glücklich, dabei gewesen zu sein. Aus so vielen Gründen. 

Vertraue deinen Impulsen. Auch das lernen wir in den 6 Tagen. Wir lernen ja meistens das Gegenteil, sollen unsere Impulse kontrollieren und im Zaum halten. Aber meistens sind diese Funken in uns gut und leiten uns an, das richtige zu tun oder zu sagen. 

 

Lektion 2: Atmen. 

Ich bin zu doof zum Atmen. Echt jetzt. Ich atme ganz oft verkehrt herum. Einatmen, Bauch wird eingezogen. Ausatmen, Bauch wird raus gestreckt. Ich merke schon seit ganz langer Zeit, dass ich falsch atme. Es kommt nicht genug Luft an, wo sie ankommen soll. Der Atem fühlt sich in mir immer spitz und hart an, nicht weich. Und je mehr ich mich auf meinen Atem konzentriere, desto verkrampfter wird der. In den 6 Tagen hat sich das nicht wesentlich verbessert, aber ich habe in all den Übungen gespiegelt bekommen, wie wichtig Atmen ist. Und wenn ich schon keinen Bock auf die Übung habe, dann nutze ich sie wenigstens dazu, um dabei atmen zu üben. Denn ja, es kommt mehr Energie, wenn richtig geatmet wird. Und jetzt achte ich darauf, wie ich atme. Und hin und wieder gelingt mir ein richtig tiefer Atemzug, der sich gut anfühlt. Und wenn es nur ein Atmer am Tag ist, der so ist, wie er sein sollte, dann ist das gut. 
 

 

Lektion 3: Einen Scheiß weißt du. Und doch weißt du alles.

Du lernst immer. Es gibt immer Überraschungen. Du kannst von jeder Situation, von jedem Menschen in deinem Leben lernen. Immer. Jeden Tag. Und auch wenn ich glaube, mich zu kennen, ist es immer wieder gut, an eingefahrene Verhaltensmuster erinnert zu werden, sie gespiegelt zu bekommen, sie wahr zu nehmen und zu hinterfragen. Und auch zu erkennen: Eigentlich wissen wir alles, was wirklich wichtig ist und zählt. 


 

Lektion 4: Spaß!

Also wenn einer weiß, wie wichtig Spaß, Albernheit, Freude, Leichtigkeit und Humor ist, dann ja wohl ich olle Ulknudel, die noch ihre Omma für ´nen blöden Spruch verkauft, höhö. Trotzdem ist es großartig, zu erleben, wie Denys Scharnweber es schafft, eine Athmosphäre zu kreieren, in der Tiefe, Schwere, Leichtigkeit, Traurigkeit, Frust, Verzweiflung und Lachen Hand in Hand gehen. 30 erwachsene Leute, die laut „Penis“ grölen, egal wo man sich gerade befindet. Scherze, Witze, doofe Sprüche. SIch über sich selbst lustig machen können. Sich selbst und die Menschen um einen herum ernst nehmen, aber nie zu ernst. Schon nach Tag 2 fühlte sich alles wie eine Klassenfahrt an. Leicht. Frei. Notiz an mich: Öfter Klassenfahrten machen. 
 

 

Lektion 5: Fick die Henne, ich schieße Regenbögen und Glücksbärchis in fremde Bäuche rein!

Ein Teil des Seminars beschäftigt sich mit Energie-Arbeit. Felder, Energien, spüren, fühlen, geben, nehmen, heilen, wegzaubern, auflösen, weg-klopfen, whatever. Nun bin ich bei sowas, ich weiß es nicht, eher so der neutrale Beobachter. Ich bin nicht voll drin im Thema, glaube eher nicht komplett überzeugt, aber glaube auch nicht wirklich, dass es all das nicht gibt. Ich stehe so auf Punkt 0. Wobei, wenn ich ganz ehrlich bin, doch, es geht schon etwas mehr in Richtung Ablehnung und Neeee, das kann nicht sein, was für ein Quatsch. Die ersten Tage beobachte ich das energetische Rumgefuchtel mancher Teilnehmer auch durchaus skeptisch und amüsiere mich darüber. Manchmal geht es mir sogar auch auf den Keks, dieses „Ich spüre da diese Energie und will in meine Kraft kommen, und da wurde jetzt gewunken und geklopft, und alles ist weg.“ Ich bin überzeugt, die tun alle nur so, das ist Laber-Rhabarber. Come-on, echt jetzt?!

Trotzdem schaue ich mir den Spaß halt mal an. Das Schöne ist, Denys macht auch kein Buhei darum, er macht das cool und sexy und rotzig, und das wichtigste, er zeigt das einmal, und dann heißt es, los, jetzt ihr. Äh, bitte was? Ich soll jetzt Quantenheilung machen? ICH?! Ich bin doch keine Eso-Uschi! Ich will nochmal nachfragen, wie das jetzt genau geht, hätte gern eine detaillierte Anleitung, aber bekomme als Antwort ein Grinsen und ein süffisantes: „Henriette, nicht denken, fühlen! Mach halt einfach mal! Und schau, was passiert.“ 

Ich stelle mich also mehr oder weniger neutral und etwas amüsiert vor meinen Übungspartner, der gern etwas mehr Lebensfreude und Leichtigkeit hätte. Ich lege meine Hand auf seine Schulter, meine andere Hand halte ich mit einem Meter Abstand vor ihn. Er macht die Augen zu, ich versuche mich ins KI (dazu später mehr) zu bringen, fokussiere mich auf ihn. Und plötzlich passiert was. Ich sehe, bzw. spüre, wie Regenbögen und Glücksbärchis aus meiner Hand strömen, und auf dem direkten Weg in seinen Bauch sind. Ich muss grinsen, merke selbst ein süßes, lustiges Gefühl im Bauch, und auf einmal sehe ich Bilder von Schlaraffenland, und ich schicke ihm noch süße Flüsse und Bäume mit Bonbons hinterher. Ich presse ihm all das regelrecht unsichtbar in seinen Bauch. Und es fühlt sich crazy an. Als ich der Meinung bin, er hat genug, schnipse ich, und er macht die Augen wieder auf. Irritiert schaut er mich an, ihm sei warm geworden, und da wäre dieses Gefühl gewesen, er kann es nicht genau beschreiben. Er reibt sich aber den Bauch. Und ich kann meinen Mund nicht halten und platze raus, sage ihm, ich habe ihm Regenbögen und Glücksbärchis und das ganze Schlaraffenland voll mit Schokolade und Süßigkeiten energetisch in den Bauch gepresst. Und sein Kommentar: „Oh nein! Das ist doch ungesund!“. Und ich denke mir, Scheiße, beim nächsten Mal hälste einfach die Klappe. Macht man wohl auch so. Aber ich war von meinen eigenen energetischen Wunderkräften so begeistert, ich musste das raus hauen. Notiz an mich: Klappe halten! 

Ein anderer Übungspartner wünschte sich eine Ressource. Er sagte nicht, was. Und so stand ich vor ihm, er schloss die Augen, gleiches Prozedere, Hand auf Schulter, die andere in der Luft, und irgendwie spürte ich, dass da rote Energie mitten in sein Herz will. Und ein roter, warmer aber harter Strahl schoss aus meiner Hand in sein Herz. Heiligs Blechle, dachte ich, erst Glücksbärchis, jetzt rote Strahlen, was geht denn hier ab?! Ich denke die ganze Zeit nur ein Wort „Liebe“, auch das kommt ganz automatisch. Mein Partner wackelt etwas, und dann mache ich schnipp. Er guckt mich auch verdutzt an, und sagt dann, er wusste ja nicht, was ich gemacht und ihm geschickt habe, er würde eine Weite spüren, seine Mitte, sein Herz, es hätte sich alles geweitet. 

Dann umgekehrt. Ich wünschte mir für ein bestimmtes Thema Vertrauen und Zuversicht. Augen zu, und dann merkte ich die Hand von meinem Übungspartner auf der Schulter. Und spürte plötzlich eine blaue, kühle, diffuse Welle um mich herum. Es fühlte sich an, als könnte ich mich auf diese Welle drauf lehnen, als gäbe sie mir Halt. Und ich bin auch etwas nach vorn gekippt. 

Ist das krass, oder ist das krass? Erfahrende Quanten-Futzis lächeln jetzt bestimmt müde und milde. Aber für jemanden, bei dem die Skepsis doch meistens überwiegt, ist das schon eine Erfahrung der etwas überraschenderen Art. 

Nun kann man sowas sicher auch mit ganz vielen logischen Argumenten „erklären“. Und mein Verstand und mein Besserwisser-Anteil in mir will schon „Ja. Is ja alles schön und gut, ABER …“ sagen. Aber ich stopfe ihm das Maul. Und lasse die Erfahrung einfach mal so stehen. Nicht denken. Fühlen. Nicht fragen und wissen wollen. Sondern einfach mal dem Erlebten und Gefühlten vertrauen. 

Und auch sonst ist die Sache mit den Energien unglaublich spannend. Wir machen dazu viele Übungen. Zu spüren, wenn dir jemand Liebe oder 100% Annahme schickt. Zu spüren, wenn dir jemand Wut oder Ablehnung oder Mitleid schickt. Zu spüren, dass das was mir dir macht. Dass du dich selbst anders fühlst und eine andere Kraft hast, stärker oder schwächer, je nachdem, welche Energie da auf dich einprallt. Aber auch andersrum. Zu spüren, was es mit anderen macht, wenn du ihnen annehmend oder ablehnend entgegen kommst. Es macht was. Und es hat eine unglaubliche Macht. Nur sind wir uns dessen viel zu selten bewusst. Auch das nehme ich mit in meinen Alltag. 

 

Lektion 6: Jeder Mensch hat (oder ist) ein Geschenk für dich.

Wenn eine Gruppe von knapp 30 einander Leuten zusammen gewürfelt wird und intensive 6 Tage miteinander verbringt, ist die Magie der Gruppendynamik immer wieder erstaunlich. Wie Menschen sich verändern. Bzw. meistens sind es gar nicht die Menschen, die sich so sehr verändern, sondern es ist die Wahrnehmung, die ich von ihnen habe. Denn ja, klar packe ich am Anfang nach dem ersten Kennenlernen alle in eine Klischee-Schublade, allein nach dem ersten Eindruck. Ich habe sofort Bewertungen im Kopf, die oder der ist so, den oder die mag ich, den oder die finde ich doof. Und dann nach schon 2 bis 3 Tagen sich selbst genau dafür zu schämen. Es gab z.B. jemanden in der Gruppe, den fand ich am Anfang richtig doof. Derjenige hat mir nichts getan, aber ich mochte ihn nicht. Ich fand ihn nervig. Seine ganze Art fand ich ulkig. Es gab aber innerhalb der 6 Tage einige Momente, wo ich diesem Menschen begegnen durfte, es gab einige bewegende und einige sehr lustige Momente, und plötzlich konnte ich gar nicht mehr sagen, warum ich denjenigen am Anfang so doof fand. Denn ich fing an, ihn zu mögen.

Und genau dafür ist so ein Seminar auch wunderbar. Menschen kennen zu lernen und mit ihnen intensive, coole, witzige, bewegende, berührende Momente zu teilen. Ich habe Leute kennen gelernt, die ich im „echten Leben“  vielleicht nie in mein Leben lassen oder überhaupt kennen lernen würde. Weil ich eine arrogante Kuh bin! Also manchmal. Es waren so unterschiedliche Leute dabei, ganz junge, ältere Semester, Männer, Frauen, alle mit ganz unterschiedlichen Backgrounds und Stories. Zu den einen gab es sofort einen guten Draht, zu manchen weniger, aber auch das ist okay, man muss ja nicht mit allen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich aber, bei jedem Menschen hinzusehen, hinzuhören, hinzufühlen. Jeder hat etwas, was, in welcher Form auch immer, inspirierend oder spiegelnd ist. Notiz an mich: Sei keine arrogante Kuh. Sieh hin. Lass dich mal ein. 

Ich habe so tolle Menschen kennen gelernt, hatte so tolle Momente. Bewegende und lustige Momente gleichermaßen. Ich könnte über und von jedem einzelnen Teilnehmer erzählen, jeder einzelne war und ist toll, jeder hatte etwas im Gepäck, was für andere und auch für mich wertvoll war. 

Einige ganz besondere Highlights: 

Ich werde nie vergessen, wie meine „Mama“ Lea mich mit so viel Liebe und Freude und Herz in den Augen nach meiner „Geburt“ am letzten Tag angestrahlt und in Empfang genommen hat. Dieser Blick, dein Lächeln, Lea, das war krass. Krass schön. Danke! Und überhaupt bist du so ein liebevoller, warmer, echter, herzlicher Strahlemensch, Lea. Du strahlst! Und es war am Ende der 6 Tage, als wäre dieser graue, schwere Schleier, der am Anfang noch über dir lag, einfach weg. 

Und auch hier konnte ich erkennen, ohne Vater aufgewachsen, dass in dem Moment mein „Papa“ gar keine Rolle spielte. Er war nicht wichtig. Meine Mama hat mir alles mitgegeben, und das war und ist genug. Ich muss keinen Vater brauchen müssen. Auch ein Thema, das immer mal wieder aufploppte, dieses Papa-Ding. 

Die spontane morgendliche Fluss-Durchquerung mit Bernd und Holli. Auch das werde ich nie vergessen, wie wir in voller Jogging-Montur die Abkürzung durch den matschigen, arschkalten Fluss nehmen, bis zur Brust drin. Wie Bernd da reingeplatscht ist. Ich lache heute noch und kichere hemmungslos! Hey, wir sind schließlich Krieger! Und hat man nicht viel mehr Spaß und viel mehr zu erzählen, wenn man sich was traut? 

Die Quentin-Tarantino-Höllenfahrt durchs Höllengebirge bei Dämmerung mit Andrea, Saskia und Lea. Was für ein Trip! No GPS, Katzen von rechts, Hintermwinkelstraße, Kühe am Wegrand, Schluchten, handgemeißelte Tunnel, das entgegen kommende Auto, das wir mit mentaler STOOOOOPP-Kraft anhalten, das 50köpfige Blas-Orchester in Tracht, das uns in Faistenau-Bergdorf-Hollywood-Kulisse empfängt, der Penis-Kirchturm, Downtown grölen und österreichische Kriminal-Geschichten, Schnapsorgien (unglaublich guter Haselnuss-Schnaps, der wie Baileys schmeckt nur ohne Sahne, Zirbenschnaps, der das Beste des Hauses sein soll, aber wie Badezusatz schmeckt) mit heimlichen Kippen. Andreas Grinsen und Lachen neben mir. Das hemmungslose Weiber-Gekicher vor einem völlig ratlosen und noch nüchternen Tom. Und: Nach 6 Schnaps am nächsten Tag KEINEN Kater haben. 

Nathalies Geschichte, die sie mit leuchtenden Augen erzählt, wie sie sich auf eine Stelle in ihrem Unternehmen bewirbt, für die sie gar nicht qualifiziert ist (als Ingenieurin für eine Jura-Stelle), nur um einmal mit dem Vorstand sprechen zu können - und was sich daraus alles tolles entwickelt hat. Nathalie, du bist der Knaller, und allein diese eine Geschichte von dir ein Paradebeispiel für Mut, Regeln brechen, einfach mal machen, um etwas kämpfen. Ich befürchte, ich muss dich dringend für meinen Das-macht-man-doch-nicht-Podcast interviewen! 

Johanna aka „Jeanne d`Arc“. Du bist in so vielen Momenten während der 6 Tage für mich voran gegangen. Durch dein Commitment dir selbst gegenüber hast du dich Dinge getraut, die ich nicht konnte. Und als ich das, siehe Lektion 7, erlebt habe, habe ich auch an dich gedacht. Das hat mir Mut gegeben. Siehe auch Lektion 8. Danke! Und dann machst du auch einfach noch auf Beton diesen Yoga-Kopfstand, als wäre es nichts! Ich quäle mich mit dem Ding seit Wochen und schaffe es nur zur Hälfte! 

Saskia. Freundin und Zweifache Schatzhüterin. Danke. Beides ist gut aufgehoben bei dir. Und: Was freue ich mich auf unser Anti-Eso-Tanten-Video! 

Die Youngsters Flo, Lauri (The Rock!), Benny (jetzt nicht mehr Igel!). Wie großartig das ist, dass ihr euch mit Anfang/Mitte 20 mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Wie ihr die Dinge, alles, reflektiert. Ich wusste in dem Alter noch nicht mal, was das überhaupt ist! Flo, Lauri, Benny, ihr seid jetzt schon so weit, ihr seid Unternehmer, ihr macht euer Ding, das ist so cool! Und das schöne ist, ihr seid keine Schwätzer, wie so viele dieser jungen „geldgeilen Erfolgs-Futzis“, ihr seid echt, authentisch, ihr meint das alles ernst und es kommt von Herzen. Das spürt man. 

Flo, du bunter Flummi, meine Güte, was hast du für eine Energie, Begeisterung und so viel Hummeln im Hintern! Dein KI-Geräusch, dieses gesummte und schwer in Worte zu packende „Hmmmmm“, hast du mir vererbt, ich mache es jetzt genauso, und es hilft mir wirklich. Danke. Und wäre es eine Klassenfahrt in der 10ten gewesen, ja mei ... 

Sabrina, die letzten beiden Tage sah ich immer „Wonderwoman“, die aus dem aktuellen Kino-Film, wenn ich dich beobachtet habe. Go, Girl, you are strong! 

Maria. Wir haben uns voneinander verabschiedet, und uns beiden schossen in die Tränen in die Augen. Und besonders deine Momente am letzten Tag haben mich so unglaublich bewegt. Ich kann noch nicht mal sagen, warum, aber da war was, da ist was. Vielleicht waren wir ja im früheren Leben Schwestern oder so? Du bist für mich eine Mischung aus Xena und Pippi Langstrumpf. Lass dich bitte nicht bändigen.

Annette und Rainer. Was seid ihr für ein tolles Paar! Doch nicht nur das, ihr beide als Menschen seid großartig, witzig, offen - und ich liebe euren hessischen Dialekt so sehr! „Isch bin die Annedde und des is mein Mann Rainer“, das vergesse ich auch nicht. Eingebrannt in mein Herz hat sich aber vor allem euer Moment am letzten Tag mit Sabrina, eurer „Tochter“. Es war so berührend. Es war pure Liebe, wie ihr zwei da saßt, und eure „Tochter“ in Empfang genommen habt, wie ihr euch über sie gebeugt und zugedeckt habt, das war 100% wahre, pure Liebe, Freude und Fürsorge. Mich hat das so zerrissen und bewegt und berührt. Und mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich daran denke. Es fühlte sich wirklich an, als seid ihr eine Familie. Bedingungslos zu lieben, auch darum geht es in dem Seminar. Und ihr habt mit diesem Moment gezeigt und spüren lassen, was diese bedingungslose Liebe ist. 

Harry. Tag 3. Du weißt schon. Die Schwert-Druck-Übung, die wir zusammen gemacht haben. Da ist einiges bei dir passiert, direkt vor meinen Augen. Mich hat das sehr berührt und bewegt. Und tut es immer noch. 

 

Lektion 7: Da ist ein Licht am Ende des Tunnels

An Tag 2 wollte ich morgens joggen gehen. Und da ich in Österreich war, und Österreich zu 80% aus Bergen besteht, ging die Strecke nach oben. Nur nach oben. Wenn man als Kölner sonst nur gewohnt ist, durchs flache Plattland zu laufen, ist das schon eine ziemliche Herausforderung. Nach 5 Minuten war ich schon völlig außer Puste. Und ich dachte, ich sei fit. Ich schleppe mich also den Bergweg rauf, und plötzlich war da Wald. Da Österreich auch zu 80% aus Wald besteht, ist das nicht weiter überraschend. Aber das war ein Wald, da wollte ich partout nicht rein. Dunkel. Gruselig. Es war morgens 7:00 Uhr, es war hell, und mein Gott, was sollte schon passieren. I´m a tough girl, ich hau den Wildschweinen und Zombies aufs Maul, wenn die kommen sollten, wollte ich mich selbst motivieren. Aber alles in mir sträubte sich. Ich hatte so Beklemmungen. Ich konnte nicht da rein. Ich hatte richtig Schiss inne Buchse. Der Angsthase drehte sich also um und joggte wieder zurück. 

Und ich musste den ganzen Tag an diesen Wald denken, und dass ich mich da nicht rein getraut habe, und ich musste auch an meine „Themen“ denken, die ich im Rucksack hatte. Denn es gab und gibt Dinge, die da sind, aber denen ich mich nicht stelle. Die sind so wie der Wald. Ich trau´ mich nicht rein. 

An Tag 3 bin ich morgens wieder los. Wieder den Berg hochgeächzt. Und plötzlich war da wieder dieser Kack-Grusel-Wald. Und ich so zu mir: „Verfickte Scheiße, du gehst jetzt in diesen verfickten Wald rein, verdammt!“ Ich also rein. Und was passierte dann? Ich joggte ein paar Meter, dann kam eine Kurve, und der „Horror-Wald“ war, zumindest für dieses Stück, zu Ende. Ich stand auf einem Feld, die Sonne schien, ich blickte ins Tal, und alles war hell und friedlich. Ich musste lachen. Wieso hatte ich solche Angst, wenn nach einem kurzen Stück wieder Sonne und Licht und eine Mega-Aussicht kommt? Gut, das wusste ich ja vorher nicht. Trotzdem. 

Tag 3 war ziemlich intensiv und heftig beim Seminar. Bei fast jedem, der bis dahin noch so ein Schutzschild um sich hatte, brachen die Dämme. Auch bei mir. Verschiedene Übungen mit dem Schwert und besondere Rituale, ich will nicht zu viel verraten. Auf einige Dinge konnte und wollte ich mich nicht einlassen. Und auch hier ein dickes Danke an Denys, der mich zwar motiviert hat, es zu versuchen, aber spürte, dass ich (noch) nicht bereit bin, und vielleicht auch gar nicht bereit sein muss, und mich meine Erfahrung auf meine Art machen ließ. Andere hätten vielleicht drauf insistiert und einem das Gefühl gegegeben, man ist ein „Loser“, wenn man sich nicht traut. Aber Denys weiß bzw. spürt ziemlich genau, wie er jeden an seine eigenen, individuellen Grenzen und drüber bringt. 

Am Abend war ich ziemlich erschöpft. Und ich dachte an meine Themen, denen ich mich nicht stelle, dachte an die Übungen im Seminar, bei denen ich nicht mitmachen wollte. Und ich dachte an den Wald, durch den ich doch durch bin, vor dem ich so Angst hatte, und dann war es überhaupt nicht schlimm, als ich durch bin. Im Gegenteil, es war wunderschön, als ich durch den Wald durch war. 

Und dann nahm ich all meinen Mut zusammen. Und telefonierte. Und statt wie sonst so oft nur Oberflächlichkeiten und Geplänkel auszutauschen, traute ich mich, mit diesem Menschen Dinge zu besprechen oder anzusprechen, von denen ich immer dachte, ich kann das nie sagen, nie auf den Tisch bringen. Es war ein schönes, intensives, nahes Gespräch, überraschend, auch, was ich zu hören bekam. Und hinterher fühlte ich mich wie am Morgen, als ich durch den dunklen Wald durch bin, und dann im warmen Sonnenlicht stand. Warum hatte ich nur so Angst davor? Die Themen, die angesprochen wurden, sind immer noch da. Aber erst mal drüber sprechen ist ein Anfang. Wer nicht anfängt, bleibt stehen. 

Auch dafür ist so ein Seminar da. Sich wirklich bewusst werden, was Sache ist. Ich weiß auch im Alltag, was meine Themen sind, aber da packe ich ganz oft eine Decke drüber. Schau nicht drunter. So ein Seminar gibt dir Kraft und Mut, vielleicht doch mal drunter zu schauen. 

 

Lektion 8: Geh vor!

Was du tust, tust du in erster Linie natürlich immer für dich. Aber es gibt vielleicht immer jemanden, für den du durch deine Taten Inspiration oder Ermutigung oder Vorbild bist, und der dir dann folgt. Hätte es zB Johannas Power nicht gegeben, hätte ich mich vielleicht das eine oder andere gar nicht getraut. Und das lässt sich so gut auf alles andere übertragen. Meine Blog-Artikel lesen und meinen Podcast hören bisher auch nur eine Handvoll Menschen. Aber ich bekomme hier und da Feedback, wie sehr eine Episode oder ein Artikel jemanden bewegt hat. Und wenn es nur dafür ist. Für diesen einen Menschen, für den du einen Unterschied machst. Dann ist es all die Mühe wert. 

Mut, Liebe und gute Energien sind ansteckend. Vor-gehen können wir in so vielen Situationen und Momenten. Im Job, im Privatleben, überall. Da liegt Müll auf der Straße. Warum den nicht einfach aufheben und in die nächste Tonne schmeißen. Jemandem an der Kasse die fehlenden 5 Cent schenken, wenn er zu lange kramt oder es nicht reicht. Einfach nett sein, zu jedem. Mehr Random Acts of Kindness. Wenn die Lehrerin deines Kindes einen guten Job macht, dann sag ihr das - und sag es anderen. So viele jammern und motzen über Schule und Lehrer. Teilen wir doch mal unsere guten Erfahrungen! 

 

Lektion 9: Keine Bewertungen. Es ist, wie es ist. 

Siehe auch Punkt 6. Wir wollen so gern alles in Schubladen packen, das ist doof, die ist bäh, der ist ein Arsch, das Wetter ist Kacke. Nö. Alles ist. Es ist einfach. Nicht gut, nicht schlecht. Weg mit den Etiketten, egal für was, das wird eine meiner persönlichen Challenges. 100 prozentige Annahme dessen, was ist. Was nicht heißt, das man alles hinnimmt und sich aufgibt. Im Gegenteil. Ich nehme an, dass eine Situation Scheiße ist, und statt zu jammern und meckern und zu motzen, handele ich. Das umzusetzen, wird eine harte Nuss, und ich ertappe mich bei fast jedem Gedanken dabei, wie ich an alles und jeden wieder klebrige Etiketten pappe. Weil wir es auch nicht anders gelernt haben. Alle meckern und jammern, jeder über jeden. Einfach mal ein paar Gesprächsfetzen auf der Straße aufschnappen, und 80% der Talks drehen sich immer um etwas oder Personen, die nicht gut sind, wie sie sind, sondern richtig Scheiße. Lästern und Co. Aber ich glaube daran, dass die Welt besser wird, wenn wir damit aufhören. Auch das wird in diesem Seminar in so vielen unterschiedlichen Übungen vermittelt. Es wird mir nicht jeden Tag gelingen, diese Verhaltensweisen abzulegen, und „Es ist wie es ist“ zu leben, aber ich werde mich sehr genau beobachten, und mir bei Motzern, Jammerern und Lästerern ab sofort die Ohren zu halten. Siehe Punkt 8. 

 

Lektion 10: Die Sache mit dem Um-Zu

Warum tue ich etwas? Warum tue ich etwas für jemanden? Schreibe ich diesen Text hier wirklich nur für mich, um alles zu verarbeiten und zu reflektieren? Weil ich meine echte Begeisterung teilen will? Oder will ich am Ende doch nur Anerkennung, wie wahnsinnig viel ich hier geschrieben habe, und wie cool und witzig und überaus crazy und großartig ich bin? Gebe ich mir wirklich Mühe, wenn ich jemandem etwas schenke, steht er dabei im Mittelpunkt, oder will am Ende doch nur ich das Lob, wie toll und kreativ ich bin? Tue und sage ich alles, was ich sage und tue, absichtslos und erwartungslos und bedingungslos? Also bin ich WAHRHAFTIG? Oder tue und sage ich all das nur, UM etwas dafür ZU bekommen? DEALE ich nur? Auch dieses Thema ist ganz stark im Seminar, taucht immer wieder auf, in verschiedenen Verpackungen und Übungen. Und es macht mich fertig und beschäftigt mich. Weil ich in so vielen Situationen noch ganz klar im UM ZU bin. Auch das lernen wir ja nicht wirklich. Das fängt ja schon im Kindesalter an: „Bist du ein braves Mädchen, bekommst du meine Liebe und Anerkennung und vielleicht ein Bonbon. Wenn du nicht brav bist und folgst, gibt es Ablehn7ung in allen Varianten.“ Auch das ist eine harte Nuss, die ich mit in meinen Alltag nehme und mich selbst durchleuchte, wann immer es mir auffällt und ich es wahrnehme. 

 

Lektion 11: Ich will nicht mehr wollen - die Sache mit dem KI

Wir wachsen ja alle auf mit dem Glaubenssatz, wenn man wirklich etwas will, dann muss man drum kämpfen. Man muss nur wollen, kämpfen, und dann klappt schon alles. Ehrgeiz und so. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so. Und dann bekomme ich in den 6 Tagen die Sache mit dem KI und der Grundspannung immer wieder um die Ohren gehauen. In Körper-Intelligenz-Übungen. Ich kann in Situationen überspannt sein (wollen, kämpfen, verkrampft, verbissen, ehrgeizig), ich kann unterspannt sein (ich bin Opfer, ein labbriger Fisch, ein Jammerlappen) oder aber ich kann im KI sein, in der Grundspannung. Das ist ein magischer Zustand, den man schwer mit Worten erklären kann. Es ist die 100prozentige Annahme des jetzigen Moments. Im KI bin ich sowas wie Yoda. Cool und weise und gelassen. Im KI komme ich klar, ohne zu wollen. Ich hab den Würstchenblick. Ich hab sowas wie ein unsichtbares Schutzschild um mich rum, mein System ist geschützt, niemand kommt rein. Mich kann nichts und niemand stressen. Nicht durch Worte, nicht durch Aktionen, gar nichts. Und dennoch bin ich entspannt, voll präsent, voll mit Liebe und stark. In den 6 Tagen geht es praktisch bei allen Übungen darum, im KI zu sein, und den Unterschied zwischen Überspannung, Unterspannung und Grundspannung wirklich zu spüren. Wie anders sich die Welt und die Menschen - und sogar ich mich selbst - anfühlen, wenn ich in diesem Zustand bin. 

Ich stelle fest, mir fällt es schwer ins KI zu kommen und im KI zu bleiben. Absichtslos und erwartungslos zu sein ist ´ne harte Nuss. Wenn man 37 Jahre lang immer erwartet und eine Absicht hat, sind die Spuren im neuronalen Hirn-Schnee tief. Ich will zu sehr, bin zu oft im um-zu-Modus, will etwas besonders gut oder besonders schön machen oder bin mit meinen Gedanken ganz woanders. Aber wenn es mir gelungen ist, und wenn es nur Sekunden waren, konnte ich die Macht und Wirkung des KI deutlich spüren. Geiles Ding. 

Als ich wieder zu Hause bin, hat mich schon an Tag 1 der Alltag wieder. Ich bin innerlich total angespannt und gestresst und genervt wegen Kleinigkeiten, bin voll in der Überspannung. Fuck, wo ist dieses verdammte KI nur, wenn man es mal braucht?! Ich versuche immer wieder, ins KI zu kommen, aber es gelingt mir nur schwer oder eigentlich kaum. Das wird auch eine Monster-Aufgabe auf mich, der ich mich aber stellen werde. 

Während ich diesen Zeilen schreibe, sitze ich beim Friseur. Ich hasse es, zu warten. Also schreibe ich. Um mich herum laute Musik, Geföhne und Mädchen-Geplapper. Normalerweise könnte ich mich nicht konzentrieren. Aber ich will jetzt schreiben. Und versetze mich ins KI. Und hey, ich kann das Geschnatter und den Lärm ausblenden. Und schreibe einfach. Bin ich etwa im KI?

 

Lektion 12: Wir alle haben ähnliche Päckchen in unseren Rucksäcken

„You are not alone“ - dieses Lied schnulzte Michael Jackson in den 90ern. Und auch das ist eine wichtige Erkenntnis. Wir alle haben gleiche oder ähnliche Probleme und Herausforderungen, auch wenn wir alle völlig unterschiedlich sind und völlig unterschiedliche Leben leben. Ganz runtergebrochen geht es irgendwie immer bei jedem um Liebe und Anerkennung, sein und leben zu dürfen, wer man ist. Um ganz viele Ängste. Warum machen wir uns alle gegenseitig das Leben so schwer? Wir sitzen doch alle im selben Boot. 

 

Lektion 13: Ein Hochseilgarten bringt mich an meine Grenzen - und ins ersehnte Zen

Tag 4 hat die kleine Krieger-Klasse nach einem schweren Tag 3 wieder etwas Leichtigkeit gebraucht. Also Ausflug! Ins Waldbad Anif bei Salzburg - hatte ich schon erwähnt, wie unfassbar schön Österreich ist? - mit integriertem Hochseilgarten. Hochseilgarten, Touri-Quatsch, that´s so lame, denke ich. Und scheitere schon fast bei der Einführung ins Sicherheitssystem. Wo muss ich was einhaken, drücken? Und wie bescheuert wir alle mit unseren Helmen aussehen! Und dann stehste da oben. Dein Verstand sagt dir, es kann dir nichts passieren, du bist doppelt und dreifach gesichert, aber dein Gefühl schreit „Mama!“. Ich schätze mich eigentlich als ziemlich fitten und mutigen Menschen ein, aber mir ging da oben so die Düse und der Arsch auf Grundeis. Es kostete mich alles unglaublich viel Überwindung, Konzentration, Anstrengung. Ich habe schwerst geatmet, Angst-Schreie und Panik-Impulse unterdrückt, versucht, im KI zu sein. Das Gute: Es gab keinen Plan B. Ich MUSSTE gehen. Aufzugeben war sowas von keine Option. Da kletterten kleine Schulkinder lang! Mit Hilfe vom meinem sehr analytischen Team-Kollegen Tom, der mir erklärte, wie ich eine besonders heikle Passage mit Hilfe von mathematischen Grundsätzen bewältigen kann, habe ich den Parcours in den Bäumen irgendwie geschafft. Als ich wieder unten war, zitterte ich am ganzen Körper. Ich war fix und fertig. Und: Ich war stolz. Mega stolz! Vor allem merkte ich erst da, dass ich die letzte halbe Stunde, während ich mich durch die Bäume kraxelte, an nichts gedacht habe. Ich war sowas von im Moment, es war einfach nur sein, klettern, konzentrieren. Das, was mir in Meditations-Versuchen nie so recht gelingen mag, war da, da oben in den Bäumen. Ich war voll im Hochseil-Garten-Baum-Zen. Vielleicht sollte ich mir statt Yoga-Matten zu Hause irgendwo ´ne Kletterwand einbauen? 

 

Lektion 14: Bau dir deine eigene Welt, finde deine eigene Wahrheit

Woran will ich glauben? Wie soll meine Welt sein? Muss meine Welt so sein, wie andere sagen, dass die Welt sein muss? Wer sagt, wie die Welt sein soll? Wenn ich an Glücksbärchen-Energien glauben möchte, darf ich das (siehe Lektion 5). Ob es sie gibt oder nicht, ist doch egal. Entscheidend ist das Gefühl, das ich dabei habe, und das ich dann in die Welt hinaus sende. Niemand hat das Recht zu sagen, wie dein Leben auszusehen hat, wie du leben, deinen Job, Geld Verdienen, dein Kind erziehen, deine Beziehung führen sollst. Ich bin mein eigenes Computer-Spiel, mein eigener Film, und ich schreibe das Drehbuch, führe Regie und bin Hauptdarstellerin in einem. Ziemlich geil eigentlich. 

 

Lektion 15: Ich darf behalten. 

In den 6 Tagen geht es auch ganz viel darum, Dinge, Menschen oder Geschehnisse aus der Vergangenheit loszulassen. Aus welchen Gründen auch immer. Bei einer entscheidenen Loslass-Übung merke und spüre ich, klar und deutlich, dass ich ein Thema, von dem ich dachte, ich müsste es besser loslassen, lösen, eine Entscheidung treffen, gar nicht loslassen will. Ich will es behalten. Sowas von und volle Lotte. Weil es mein Thema ist, weil ich ohne das Thema nicht mehr ich bin, weil es zu mir gehört, weil ich es will, weil ich es liebe, weil es mich voran bringt, mich fördert, mich fordert, mich erfüllt und glücklich und lebendig und neu macht. Auf so vielen Ebenen. Ich will nicht ohne es sein. Es darf so sein wie es ist. Und darf so werden, wie es werden wird. Als ich das erkenne, schießen mir Tränen in die Augen. Denys steht vor mir, und sagt, „Komm, wir lösen das jetzt!“ Und ich sage heulend: „Nein. Es gibt Themen, die kann man nicht einfach wegklopfen oder wegatmen. Und ich will es auch gar nicht loswerden.“ Denys akzeptiert das. Vermutlich weiß, ahnt, spürt er sowieso, was Sache ist. Aber er lässt mich. Bietet seine Hilfe an, für den Fall, dass. Aber vertraut, dass ich das auch alleine schaffe. Ich kann und will nicht sagen, worum es geht. Und ich muss es auch nicht. Ich bin fix und fertig. Immer noch unglaublich verzweifelt und zerrissen. Aber dankbar und glücklich. Und habe Vertrauen. Mond und Sonne sind immer da. Egal, was sonst ist. 

 

Lektion 16: Mein Schwert. Hm. 

An Tag 1 bekommt jeder Krieger ein Holz-Schwert. Und einen riesigen Holzstock. Sie liegen alle da, wir dürfen uns unsere Schwerter und Stöcke selbst aussuchen. Wir sollen es fühlen, welches UNSER Schwert ist. Und ich bin überrascht, die wenigsten sprechen mich wirklich an, aber da liegt dieses eine, es hat Makel und Ratscher, es ist matt und hat einen Ombré-Farbverlauf, von heller nach dunkel. Es ist schön schwer. Und es ist meins. Die erste Nacht sollen wir das Schwert neben uns im Bett haben. Für die Verbindung. Die Comedian-Frau in mir hat schon zig Sprüche dazu parat. Aber gut. Dann schlafe ich eben mal neben einem Schwert. Es liegt im Hotelbett neben mir. Es ist kalt. Ich kann es nicht ertragen, wie es da so nackig rum liegt und friert. Ich decke es zu. 

70% der Übungen werden mit dem Schwert gemacht. Das Schwert und die Übungen sind Symbol für Alltagssituationen. Da ich generell kein „Spieler“ bin, mich generell mit Choreografien und starren Übungsabläufen sehr schwer tue, tue ich mich auch mit dem Schwert schwer. Habe kein Gefühl, wie rum ich es halten soll. Mal fühlt es sich rechts besser an, mal links. Ich brauche 3 Tage um zu kapieren, welche Seite die Klinge ist, halte es fast immer komplett verkehrt. Bin überfordert, und es frustet mich etwas. 

DIe meisten meiner Mitkrieger finden ihr Schwert super, ich amüsiere mich eher darüber. Ich will damit rumfuchteln, ich will, dass es WUSCH macht, wenn ich es durch die Luft wirbele, ich will damit richtig kämpfen, drauf hauen, mich kloppen, will „Holzhacken“. Die Übungen so konzentriert nach vorgegebenen Abläufen durchzuführen, empfinde ich wie angezogene Handbremse. Und gleichzeitig erkenne ich genau darin den Sinn. Ich erkenne Muster und Parallelen zu mir und meinem Verhalten. Und ich denke, Schwert, du Fuchs, ich lerne von dir. Dann eben auf diese Weise. 

Wenn ein Samurai sein Schwert zieht, dann zieht er sein Schwert und los geht´s. Da ist nichts wischiwaschi, och nö, doch nicht, hab´s mir anders überlegt, vielleichst sollten wir doch lieber ´ne Tasse Grüntee trinken und über unsere Probleme reden. Auch dieses Bild habe ich immer wieder vor Augen. Will ich etwas wirklich sagen oder tun? Wenn ja, dann raus. Wenn nein, dann nein. Aber kein Gemurkse und Rumgedruckse, kein Vielleicht, kein Hin und Her mehr. Es ist so vieles klarer. Schärfer. 

Am letzten Tag machen wir einen großen Schwert-Tausch. Jeder hat das Schwert von jedem einmal in der Hand und schlägt damit. 28 mal. Und jedes Schwert fühlt sich anders an. Und dieses AHA-Gefühl, als ich endlich wieder MEIN Schwert in den Händen halte, überrascht mich. 

 

Lektion 17: Sag doch einfach, was du willst und was du nicht willst

Ich weiß, dass ich für ein tough girl gehalten werde. Trotzdem fällt es mir seit Kindertagen schwer, einfach zu sagen, was ich will. Und was ich nicht will. Ich behalte viel für mich. Sage okay und ja, wenn ich nein meine. Sage nein, wenn ich ja sagen will. Oder sage gar nichts. Und das macht mich ganz oft so passiv-aggressiv. Nicht wahrhaft. Nicht ehrlich. Warum, ergründe ich noch. Vielleicht aus Angst, ausgelacht zu werden. Oder ein Nein zu bekommen. Oder manchmal auch einfach nur, weil ich selbst gar nicht richtig klar bin und nicht weiß, was ich eigentlich will. Und vielleicht ist es auch DDR-Vergangenheit. Da hatte man einfach nichts zu wollen und keine bunten Träume zu haben. Und dies auch noch zu äußern, das war heikel. Da gab´s im besten Falle eins verbal über die Mütze. Wie gerne hätte ich aber zB als kleines Mädchen Eiskunstlaufen oder Ballett gelernt. Hätte so gern im Kinderballett von der Kinder-Revue im Friedrichstadtpalast mitgemacht. Und ich war immer so neidisch und eifersüchtig auf die kleinen Tänzerinnen in meiner Klasse. Aber ich habe nie etwas gesagt zu meinen Eltern. Was hatte ich statt dessen? Schwimmtraining. Weil es sich so ergab. Weil jemand anderes gesagt hat, das wäre gut für mich. Und statt nein zu sagen, ich so: Na gut. Schwimmen war jetzt auch nicht schlecht. Aber eigentlich wollte ich tanzen. 

Ich komme mit der Meditation im Seminar nicht klar. Ich motze etwas darüber, und Denys sagt, Henriette, dann such doch was anderes raus, und dann machen wir das so. Und ich so: Ach guck. Krass. Und dann machen wir eine Wingwave-Musik-Meditation, voll mein Ding. Notiz an mich: Lass die anderen wissen, was du willst. Meistens werden dir deine Wünsche sogar direkt erfüllt. 

Und auch in anderen Situationen stelle ich fest, wenn ich klar bin, klar geradeaus, ist das gut für alle Beteiligten. Statt rumdrucksen und sich winden, erwarten, dass der andere deine Gedanken lesen kann, einfach raus damit. Es ist so einfach. Und ich frage mich, warum ich mir mein Leben so schwer mache. Ich achte jetzt drauf. Gucke hin. Will ich das? Will ich das nicht? Was will ich? Und dann raus damit. 

Statt zu erwarten, dass Person xy etwas macht (und zickig und angepisst sein, weil sie es nicht tut - man, hey, niemand kann Gedanken lesen!) einfach drum bitten. Erstaunlicherweise wird die Bitte meistens erfüllt. Von Herzen. Und ohne Gedöns. Es könnte alles so einfach sein. Und ist es auch. 

 

Lektion 18: Die Wahrnehmung verändert und schärft sich. 

Und auch dafür war/ist dieses Seminar gut. Das mit dem Motzen über die Medi-Musik war eigentlich nur eine kleine, unbewusste alltägliche Situation. Aber wahrzunehmen, dass dahinter ein Verhaltens-Muster steckt, das hat mir das Seminar möglich gemacht. Denys sagte mal, wir werden im Seminar zu Wahrnehmungs-Monstern. Nehmen Dinge plötzlich anders wahr. Oder erst mal überhaupt. Und genau das kann ich bestätigen. Weil auch ganz viel außerhalb des Raumes passiert. Nicht nur in den Übungen und in den Gesprächen tagsüber. Auch Off-Road. Und auch jetzt, zwei Wochen danach, schaue ich anders hin, in die Welt, in die Menschen.

Holli sagte am Ende der 6 Tage, es wären so viele Filter weg. Die Brille wäre nicht mehr so schmutzig. 
 

 

Lektion 19: Verdauung!

Kinder. Jetzt wird´s brisant. Und peinlich! Denn ich betrete die etwas heikleren Areale. Will ich das wirklich mit der Welt teilen? Ich überlege kurz. Ja. Denn da seit „Darm mit Charme“ die Verdauung salonfähig und bestsellerwürdig ist, hau ich auch das jetzt raus. Scheiß drauf. Ähm. Ja. Genau. Nun kann man erörtern, ob es am Reisen lag, weil Reisen und unterwegs zu sein, sich ja auch immer wieder auf empfindliche Mägen niederschlägt, oder ob es am zünftigen österreichischen Schmankerl-Essen lag oder an der Bergluft oder an der Energie und all den Blockade-und-Lösungs-Prozessen im Seminar: Aber Tag 1 bis Tag 3 ging in Sachen Verdauung gar nichts. Habe ich normalerweise nie. Kenne ich nicht. Als würde sich mein Körper weigern, Dinge gehen zu lassen, loszulassen. Aber an Tag 4, Kinners, ich erspare euch Details. Da ging´s ab. Holla die Bergfee. Und das hörte nicht auf! Ich konnte gar nicht so viel essen, wie mein Körper verdauen und verstoffwechseln wollte. Ich hatte das Gefühl, da will alles raus aus mir. In einer Tour! Und das hörte erst wieder auf, als ich wieder zu Hause war. Liebe Krieger-Kollegen, ging es euch vielleicht, ähm, ähnlich? 
 

 

Lektion 20: Namenskuddelmuddel

Ich habe normalerweise nie Probleme mit Namen. Kann mir Namen gut merken. Jeder heißt, wie er heißt. Und doch gab es beim Seminar eine Handvoll Menschen, die für mich ganz anders hießen. Und ich immer, wenn ich an sie dachte, „meine“ Namen für sie im Kopf hatte. Und sich „meine Namen“ für sie „viel besser“ anfühlten. Das war ein total irres Ding. Saskia war für mich eigentlich Sonja. Sabrina hieß für mich eigentlich Saskia. Manuel ist David. Andrea war für mich Maike. Und Rainer war für mich durch und durch Alfred. Und ich habe zB Andrea ein paar mal auch Maike genannt. Wahrscheinlich kannte ich alle aus einem früheren Leben! Verrückt. 


 

Lektion 21: Handy weg

Ja. Wir alle wissen das. Dieses Smartphone, das alles kann, ist Fluch und Segen zugleich. Die meisten von uns sind fest in den Krallen des kleinen Technik-Haufens. Wir sind süchtig danach. Jeder Griff nach dem Ding schon Routine, wir merken es schon gar nicht mehr. Kein Wunder, dass wir nie im Hier und Jetzt sind. An Tag 3 lasse ich das Ding einfach im Zimmer und nehme es gar nicht mit. Panik steigt auf: Aber ich bin Mama, was ist, wenn was ist, ich muss erreichbar sein! Und dann vertraue ich: Es wird nichts sein. So wie eigentlich auch sonst nie etwas ist. Die Welt dreht sich weiter, auch wenn ich mal ein paar Stunden einfach nicht erreichbar bin, und auch wenn ich mal für ein paar Stunden nicht weiß, was in der Welt los ist. Ein paar mal an dem Tag spüre ich den Impuls, zu meiner Tasche zu gehen, mein Handy raus zu holen. Und dann wird mir klar, ach so, nee, is ja heute nicht. Und ich kann mich erstaunlich gut entspannen dabei. Bin ruhig. Bin da. Spät abends, als ich wieder in meinem Zimmer bin, mache ich mein Handy an. Und habe keine einzige Nachricht und keinen einzigen verpassten Anruf. Zuerst bin ich, mein Ego, etwas beleidigt, doch dann freue ich mich darüber, dass die Welt ziemlich gut ohne mich kann. Ich fühle mich frei und leicht. 


Es gibt noch 1000 Dinge und Bilder mehr, über jedes einzelne denke ich noch nach, spüre es, fühle es, beobachte es. 

Die vielen Momente, in denen mir die Tränen hochkamen, die ich so oft verbergen wollte und durch angestrengtes Kaugummi-Kauen runterschluckte. 

Die ersten unfassbar dunklen Nächte in meiner Pension, das geöffnete Fenster, der Blick in eine noch nie erlebte schwarze Dunkelheit, die Angst und Panik, und das Gefühl, als ich nach fünf Tagen einfach ins schwarze Nichts starrte und keine Angst mehr hatte. Und das schwarze Nichts, was ich an Tag 1 als so bedrohlich empfand, plötzlich weich und warm war. 

Der für mich so überraschende Impuls an Abend 5, der wie aus dem Nichts kam und da war, dass ich vielleicht noch ein, ähm, neiiiiin, ich sage es lieber nicht, die Krieger wissen es aber. 

Mein erster „internationaler Comedy-Auftritt“ in einem österreichischen Landgasthof, und was ging mir die Düse! 

In Übungen, wo es um Wut ging, keinerlei Wut auf irgendetwas oder irgendwen abrufen zu können, mich zu fragen, ob sie nur irgendwo ganz tief versteckt ist, und ich so kontrolliert bin, sie nicht rauszulassen, oder ob ich wirklich einfach keine Wut habe, und das auch okay ist, weil ich keine Wut haben muss. 

Festzustellen, dass mir ganz viel egal ist. Und nur einiges weniges wirklich wichtig. 

Mega-coole Steuertipps von Annette.

Nicos Schelm.

Gabis Güte und Liebe.

Der herrliche Sachsen-Slang von Chris und Holli, mit einigen Begriffen (zB Uhrzeit!), die ich noch aus meiner Kindheit kannte. 

Was ist überhaupt Wahrhaftigkeit? Wo bin ich wahrhaft in meinem Leben, wo spiele ich eine Rolle, trage eine Maske, funktioniere ich? 

Menschen um mich herum, die immer mehr wollen, und zu spüren, dass ich immer weniger will, aber das wenige dafür tief und richtig und intensiv. 

Die schönen blauen Klimper-Augen von Ina. Und ihre geile orangene Tasche mit dem Puschel!

Mellis israelische Handstand-Obsession.

Jemand sagt zu mir „Du musst dich mehr öffnen, Henriette“, und ich denke: „Einen Scheiß muss ich.“ Ich frage mich, versperre ich mich? Bin ich im Widerstand? Und mich dafür zu entscheiden, es ist okay, gewisse Entscheidungen für mich zu treffen, wozu ich bereit bin und wozu nicht. Klarheit. 

Den Prozess zu spüren, am Anfang noch im Widerstand zu sein, Maske, Rolle, Funktionieren, und dann, irgendwann ist es da, das Loslassen, das Go-with-the-Flow. Das Weichwerden. Sich Hingeben. 

Bedingungslose Liebe zu erfahren bzw. zu erkennen. 

Vorher Zerrissenheit, Angst, Verzweiflung. Dann Vertrauen, Liebe, Annahme, Klarheit, Freude und Neugier zu spüren. 

Eine Geld-Segen-Meditation erhalten. Und ungläubig am Abend auf die aus dem Nichts eingetrudelten 2 Seminar-Buchungen starren. Heiligs Blechle, ich dreh ab! 

Blöde Gedanken und Glaubenssätze ins Universum flitschen. Und einfach daran glauben, dass das funktioniert. Siehe Lektion 14. 

Runen-Yoga. Alter Schwede. Was war bitte DAS?! 

Gewitter und Regen im richtigen Moment. 

Spaß am See. Andrés´ gejapstes „Kalt!“. 

Den Mut zu haben, jemandem etwas zu sagen, was andere als negativ wahrnehmen sich aber nicht trauen zu äußern, und was er mit einer winzigen Kleinigkeit sofort ändern kann, und sich dadurch so viel für ihn verändern wird, zum Guten. 

Stille genießen können. Ohne Musik und Kopfhörer joggen gehen. 

Zu wissen, wie man sein System schützt. Und wie cool das ist. Und wie man in andere rein kommt. Fühle mich wie eine kleine Hexe. Stelle mir die Frage, ob jemand, der immer wieder in dein System kommt, gut oder schlecht für dich ist. Denke an Lektion 9: Es ist wie es ist, weder gut noch schlecht. 

Vom supercoolen Special-VIP-Shuttle am Flughafen Salzburg abgeholt zu werden. Und dann ein toller Abend mit tollen Menschen und tollem Essen. Unerwartet. Nicht geplant. Stellte das Leben einfach so bereit. 

Die Spotify-Shuffle-Funktion spielt am Anreise-Tag, als ich noch in Köln auf dem Weg zum Flughafen bin und mit Kopfhörern und ´nem Kloß im Hals in der Bahn sitze, Hildegard Knefs Song „Für mich soll´s rote Rosen regnen“. Und ich erstarre. Klar kenne ich das Lied. Aber ich höre zum ersten mal richtig hin. Und alles, was sie da besingt, ist meins. Das bin ich.

Im Flugzeug zurück, eine kleine Propeller-Maschine von Air-Berlin, die pünktlich startet und landet, ja, ich habe das ganze Jahr über ausschließlich gute Erfahrungen mit Air Berlin gemacht, der Himmel und die Berge leuchten rosa und einfach nur Frieden, Ruhe, Liebe, Dankbarkeit und Demut zu fühlen. 

Als ich am Sonntag spät abends am Flughafen ankomme, aus dem Kofferabholgedöns raus komme, fällt mein Blick als erstes auf Unmengen roter Herz-Luftballons. Nein, es steht niemand da, nein, es ist nicht wie im Kitsch-Film, dass da jemand mit 100 Herzluftballons auf mich wartet. Da ist einfach ein Blumenladen, der Welcome-Kitsch am genau richtigen Ort verkauft. Aber ich sehe die roten, glänzenden Ballons und muss lächeln. Lektion 14, Bau dir deine Welt wie sie dir gefällt: Die Luftballons sind in genau diesem Moment für mich da. Das Universum hat die genau da für mich hingestellt um mich willkommen zu heißen. Ich steige ins Taxi, und als der Fahrer losfährt, läuft „Heal the World“ von Michael Jackson. Auch hier muss ich wieder lachen. Ja, mache ich. Ich gebe mir Mühe, die Welt mit meiner Liebe etwas besser zu machen. Ich denke an Lektion 8, ich werde voran gehen. Dann kommt „All by myself“ und lauter andere Schnulzen-Hits aus den 80ern und 90ern, die ich liebe. Ich will mitgrölen und mitsingen. Aber ich traue mich nicht, den Taxifahrer zu bitten, die Musik lauter zu machen. Ich denke an Lektion 17 und mir ist klar, dass ich hier noch lernen darf.

Ich wecke meinen tief schlafenden Sohn auf, was ich sonst nie tue, nur um ihm zu sagen, dass Mami wieder da ist. Es ist so süß, wie er sich freut. Ich versuche meinem Mann einen Bruchteil der Eindrücke zu erzählen, ich plappere drauf los und bin gleichzeitig so müde und erschöpft. Am nächsten Morgen gehe ich joggen und am Brüsseler Platz vorm ehemaligen Yo! sind auf den Boden lauter Herzen gemalt. Die Welt ist voller Liebe. Sag ich doch. 

Und vielleicht darf der Sinn des Lebens sein, den ich so verzweifelt für mich suche, einfach zu lieben und Spaß und Freude zu haben. Und das in die Welt zu bringen. 


Jedem, der Lust hat, in sich rein zu schauen, unter die Decke zu kriechen, die so vieles verbirgt, dem empfehle ich die „Krieger-Klassenfahrt“ (er bietet aber auch verschiedene andere Seminare an) mit Denys von ganzen Herzen. Denys ist ein spiritueller Lausebub. Er macht das mit so viel Herz und Liebe, Coolness, Sexyness, Spaß, Vertrauen, Wahrhaftigkeit, Freude, Albernheit, Leichtigkeit, Tiefe, Strenge, Souveränität, Kompetenz und Klarheit - alles genau richtig im richtigen Moment dosiert. Alle Infos auf seiner Website oder bei Facebook