Fette Meerjungfrauen im Kinderclub

Mädchen sind Blöd

Ich finde Mädchen Scheiße. Immer mehr mit jedem Tag. Ich habe einen Sohn. Als ich schwanger war und der Tag der Geschlechtserkenntnis kam, war ich mir sicher, ich bekomme ein Mädchen. Ich konnte mir gar nichts anderes vorstellen. Als es dann hieß, das Leben, welches gerade in mir wächst, hat einen Schnippi, war ich regelrecht schockiert. Ein Sohn? Unvorstellbar. 

Mittlerweile unvorstellbar: Eine Tochter zu haben. Je mehr ich andere kleine Mädchen erlebe, desto dankbarer bin ich, einen Sohn zu haben. Es ist ungeheuerlich, das auszusprechen, und das von mir, einer Frau, die durchaus eine ganz normale Frau ist, die Mädchensachen toll findet: Aber ich finde kleine Mädchen im allgemeinen schrecklich. Furchtbar. Regelrecht richtig Scheiße. Also nicht alle natürlich. Aber so die Mädchenschaft an sich. Dabei bin ich selbst ein Mädchen, habe gerade ein richtiges Mädchen-Buch geschrieben (Rosa! Über Mode!) und kann mir partout nicht erklären, woher diese Abneigung kommt. 

Eine Bekannte hat eine Fünfjährige, und dieses Gör ist bereits mit fünf Jahren eine richtige Tussi. Alles voll mit Pink und rosa, Barbies, Glitzer und Plastikpferden. Das allein wäre ja gar nicht mal so schlimm. Aber es ist ihr Habitus, der so unerträglich ist. Ich hätte nie gedacht, dass man mit fünf Jahren affektiert sein kann, aber doch, man kann. Und affektierten kleinen Tussimädchen möchte ich nur eins: In die Fresse hauen.

Da lob ich mir doch meinen Sohn, der völlig unaffektiert Eisenbahn spielt und ab und zu mal kämpfen will wie Spiderman. Wenn ich kleine Mädchen sehe, denke ich in letzter Zeit immer öfter diesen Gedanken. Also den mit Fresse hauen. Ich weiß, das ist ganz, ganz böse von mir. Und ich sollte das nicht aussprechen. Und hatte ich mir nicht eigentlich vorgenommen, meine zynische Zunge zu zügeln? Und nett und großherzig und warmherzig zu sein und alle Lebewesesen dieser Welt zu lieben? Ähm ja. Eigentlich schon. Aber. 

Am schlimmsten hat mich dieser Impuls im Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff erwischt. Hier gab es im Kids-Club verschiedene Angebote und „Workshops“ für den Nachwuchs. Die armen Kinder, da haben die doch tatsächlich auch im Urlaub einen Stundenplan. Jedenfalls gab es einen Arielle-Kurs für Mädchen. Samt Fotoshooting. Und es war so schlimm. Heidi-Klum-Minimis für Arme ließen sich erst glitzrige Ornamente ins Mädchengesicht malen, zogen sich ihre Badesachen an und quetschten sich dann in alberne lilagrünblau-changierende Meerjungfrauen-Flossen. Und dann posierten sie lasziv am Schiffspool mit lächerlich unverfüherischen aber unbedingt gewollt verführerischen Posen. Es war zum Schreien.

Vielleicht war ich auch erschrocken, weil man sofort so ein komisches Gefühl bekommt, wenn man kleine Mädchen als Lolitas inszeniert und dann auch noch so vorführt. Vielleicht war ich auch erschrocken, wie ernst diesen Job diese Mädchen nahmen. Am allermeisten schockiert hat mich aber, wie diese Mädchen, gefangen in ihrem Meerjungenfrauenschwanz im flachen Wasser hin und her robbten. Und da waren einige, ey, echt sorry, aber es war so, fette Exemplare dabei, die in dem albernen Bikini samt Arielle-Flosse so dummbräsig daher kamen, dass man sie hätte vor sich selbst schützen müssen. In diesem Moment dachte ich nur eins: Mädchen sind Scheiße. Während die Kreuzfahrt-Jungs draußen an Deck voll cool Fußball spielten, machten die Mädchen dieses Theater mit. Am allerschlimmsten traf mich aber die Erkenntnis: Wäre ich ein kleines Mädchen gewesen, ich hätte mich auch als Arielle verkleiden wollen. Aber sowas von.