Leben

Ich habe einen Sohn verloren. Aber eine Tochter gewonnen. – Katja Friedrich

Wie würdest du damit umgehen, wenn dein Sohn dir eines Tages sagt, dass er eine Frau sein möchte? 

Katja ist Mutter von drei Kindern. Katja war Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. So weit, so normal. Denn heute ist sie Mutter von einem Sohn und zwei Töchtern. Wenn jetzt die Verwirrung perfekt ist, dann steht sicher eine Frage im Raum: Was ist passiert? Wie kann das gehen? 

Nun, ganz “einfach”: Vor einigen Jahren konfrontierte Katjas jüngster Sohn seine Mutter mit seinem sehnlichsten Wunsch. Er wollte eine Frau werden. Er wollte eine Frau sein. Radikal, unverrückbar und mit allem, was dazu gehört. 

(M)Ein Sommer in der Provence: Ein Liebesbrief

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, mal eben ein fettes Ferienhaus für 10 Personen in der Provence zu buchen. Und dann den Menschen, die man gerne um sich und dabei haben möchte zu sagen: Hey People, kommt vorbei! House of open doors! Und sich dann eine Gemengelage aus zufällig zusammen gewürftelten Menschen, die gerade Zeit und Lust hatten auf einen 1000-Kilometer-Ritt, aus Family, erweiterter Family und Friends mit blassen Beinen und Bäuchen in Bikini, respektive Badehose, an und im Pool tummelt. Mit denen du mal eben Urlaub machst. Freunde der provenzalischen Sonne, ich hatte mein eigenes Sommerhaus der Stars! Ich hatte mein Sommerhaus unter den Sternen. Und es war ein so schönes, verrücktes und wunderbares Einfach-Mal-Machen-Experiment. Und ja, von nun an empfehle ich jedem von ganzen Herzen „crazy Community-Urlaub“. 

Das Delikate: Die Reisegruppe bestand aus mir und meinem siebenjährigen Sohn. Meinem Herzmann und seinem Hund. Meiner Mama (aka „Nonna“) und ihrem Partner. Meinem Papa (getrennt von Mama) - aka „Nonno“. Meinem Noch-Bald-Ex-Mann. Meinem Hund. Meiner Freundin S. Meiner Freundin N. samt Gatte und 4jährigem Sohn. Und dann sitzt du irgendwann mit deinem Sohn, deinem Papa, deinem Noch-Bald-Ex-Gatten und deinem Herzmann an einem Tisch und spielst „Scotland Yard“ (genau das Scotland Yard, das Papa seit 25 Jahren im alten Spieleschrank hortet und du seit genau eben dieser Zeit nicht mehr gespielt hast). Würde man solch eine Konstellation bei einem Drehbuch für eine Real-Life-Fiction-Doku oder Romantic Comedy absegnen? Ich glaube nicht. Zu bekloppt. Und viel zu unrealistisch.

Ich bin eher Gegen- als Rückenwind gewohnt: Lehrerin Nina Toller

Wenn man Nina Toller auf ihren Social-Media Kanälen verfolgt, kommt man aus dem Schwärmen und Seufzen gar nicht mehr raus. Wie gern hätte man selbst so eine Lehrerin gehabt! Man kann die Lobeskeule nicht genug für Nina schwingen und möchte am liebsten dafür beten, dass sich alle Lehrer Deutschlands von ihr eine ordentliche Scheibe abschneiden. Denn Nina ist leidenschaftliche Junglehrerin. Sie engagiert sich für ihre Schüler mit immer wieder neuen Ideen und Konzepten, gestaltet ihren Unterricht so, dass dieser einfach nur Spaß macht. Sie ist mit ihrem ganzen Herzen dabei, ihr Instagram-Account ist voll mit wunderschönen Dingen und Ideen, mit denen sie ihre Schüler motiviert, stärkt, supported und natürlich auch den Unterricht auf inspirierende Art und Weise gestaltet. Sie bastelt liebevolle Abschiedstüten für ihre Schüler mit Mutsteinen und individuellen Messages, sie hat die Schublade voll mit Stickern und bunten Stempeln, mit denen Klausuren und Hausaufgaben kommentiert werden, sie lässt sich immer wieder neue Dinge für den Unterricht einfallen. Einfach stupide und lustlos den Lehrplan abarbeiten, das gibt es bei Nina nicht. Sie geht die Extra-Meile für ihre Schüler, jeden Tag. All das allein ist schon bewundernswert, unglaublich inspirierend und beeindruckend.

"Das war nicht Mut, sondern notwendig": Politikerin Claudia Stamm

Wozu eine Pediküre (ich nenne es immer "Tussi-" oder "Werkstatt-Termin"🤣) doch führen kann: Ich saß im März bei, ähm, also, der Pediküre, ließ mir die Füßchen schön machen, schmökerte gemütlich in der "Brigitte" – und plötzlich war ich wie elektrisiert: Dieses Interview mit Claudia Stamm hat mich unglaublich und nachhaltig beeindruckt. Bähm! Wow! Hammer! Jede einzelne Zeile, jedes einzelne Wort. Was für eine Story, was für eine Frau. Die Politikerin hat mit Ende 40 ihre Partei, die Grünen, und den bayrischen Landtag verlassen und ihre eigene Partei Mut Bayern gegründet. Sie steht ein für Werte wie Zivilcourage, eine menschliche Flüchtlingspolitik, soziale Gerechtigkeit. Aber wieviel Courage braucht es, um Gegend den Strom zu schwimmen, wenn selbst die eigene Familie anders denkt?

Erwachsen sein heißt bewusst zu sein: Schauspielerin, Ecofashion-Unternehmerin, Botschafterin, Yogini Inez Bjørg David

Ich habe einen Girl-Crush - und freue mich unglaublich mega sehr, dass Inez Bjørg David ebenfalls beim GEILE USCHI KONGRESS dabei ist! 😻Eigentlich platzt das Speaker-Panel schon aus allen Nähten, aber Inez war eine der allerersten "geilen Uschis", die ich unbedingt für das Event gewinnen wollte. Vor drei Monaten also angeschrieben ... keine Antwort ... Schade-Schokolade. Und dann, vor ein paar Tagen, Post von Inez und ihr "Sorry, bei mir war Land unter weil so viele Drehs - aber ja, geile Sache, und JA, ich bin dabei." Und ich so: Freude, Jubel, Hopsassa! Und na klar kriegen wir Inez da noch irgendwie mit reingequetscht. Also alle, die schon Tickets haben: Ihr kriegt mehr für Euer Geld! 😹 Apropos, Tickets gibt's noch hier: WWW.GEILE-USCHI.COM

Aber warum wollte ich Inez so unbedingt von Herzen gern dabei haben? Weil: 

Schauspielerin, Ecofashion-Unternehmerin, Botschafterin, Yogini: Der dänische Flummi hüpft gekonnt von Schublade zu Schublade – aber weigert sich strikt, in eine rein gesteckt zu werden. Es scheint, als wurde das Wort “Vielseitigkeit” für Inez erfunden. Warum auch nicht sich in allem austoben, was einen bewegt, berührt und glücklich macht? 

Die erfolgreiche Schauspielerin, die gefühlt in jeder großen Film- und Fernsehproduktion in Hauptrollen mitspielt, könnte das süße Glamour-Leben auf roten Teppichen, Galas und Premieren genießen. Aber darauf hat Inez ziemlich wenig Bock. Denn all das gibt ihr nichts. Statt dessen bezieht Inez Haltung und Stellung für die Themen Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Frauenrechte, Umwelt und Bildung.

Was macht einen echten Influencer aus? Ingenieurin, Rebell at Work & Anstifterin Natalie P. Gelder

Ein echter "Influencer" ist jemand, der sich nicht von Unternehmen als Werbefläche kaufen lässt und uns völlig überflüssige Produkte an die Backe labert, sondern jemand, der Menschen beeinflusst, die richtigen Dinge zu tun. Die guten Dinge zu tun. Der vorangeht, inspiriert, begeistert und bewegt. Der anstiftet zu denken. Der anstiftet zu handeln. Und nicht dazu anstiftet, zu kaufen. Ein SINNfluencer eben.

Genau so ein Influencer ist Natalie P. Gelder. Die BASF-Ingenieurin macht vor, wie man auch in Großkonzernen für seine Themen einstehen und kämpfen kann. Sie ist Ingenieurin, Freigeist, Anstifterin, Rebellin, Lady: Wer mit Natalie über ihre Mission redet, wird sich hinterher vor allem an eins erinnern: ihre vor Angriffslust blitzenden, funkelnden und freudestrahlenden Augen. Auf den ersten Blick ist Natalie eigentlich “nur” eine ganz normale Angestellte und Projektleiterin beim Mannheimer Chemie-Riesen BASF. Die studierte Maschinenbauingenieurin mit Schwerpunkt Werkstoff- und Schweißtechnik ist es seit über 15 Jahren in verschiedenen Positionen gewohnt, oft die einzige Frau in einem männerdominierten Großkonzern-Umfeld zu sein. 

Social-Entrepreneurin und Millionenerbin Paula Schwarz über Verantwortung, Geld und Rebellion

Ihr Name ist längst zum Synonym für „Millionenerbin“ geworden. Paula Schwarz stammt aus einer der reichsten Familien Deutschlands. Das Pharmaunternehmen Schwarz Pharma, nach dem Krieg von ihrem Großvater aufgebaut, war bei seinem Verkauf einige Milliarden Euro wert.

Reich ist Paula Schwarz jetzt schon. An dem Tag, an dem sie mal erbt, wird sie zu den Superreichen gehören. Ob sie will oder nicht.

Sie will nicht. Zu viel Geld führt in ihren Augen zur Wohlstandsverwahrlosung: viel haben, nichts sein. Statt dessen will die 28-Jährige das Wirtschaftssystem revolutionieren und damit die Welt retten. Sie kämpft für einen Wandel in der Wirtschaft. Ihr Geld soll nicht für Millionäre und Banker arbeiten, sondern für alle Menschen. Paula will, dass sich überall die Geldanlagen der millionenschweren Unternehmerfamilien ändern – hin zur sozialverträglichen Anlageform. Umdenken soll sie, die Elite, sich neu erfinden, und das weltweit!

Verkaufen und Verkäufer sind doof!

Ich habe so eine latente Abneigung gegen Verkäufer. Verkaufsfunnel finde ich doof, genauso wie Verkaufsmails. Irgendwie mag ich Verkaufen an sich generell einfach nicht. Ich will selbst auch nichts verkaufen. Und ich will erst recht nichts verkauft bekommen. Dieses Rumgeschreie, ob Online oder Offline, dieses JETZT HIER ZUGREIFEN EINMALIG NUR NOCH HEUTE UND 10 % RABATT GIBT‘S AUCH NOCH. Ganz oft empfinde ich Verkaufen als Abzocke, ich fühle mich doof dabei, verarscht, unter Druck gesetzt. Rheumadecken-Butterfahrt, nein danke, ich bin doch nicht blöd.

 Und dann steht ER da – total lässig vor seinem Flipchart. Und verkauft mit Hamburger Kodderschnauze und dem einen oder anderen dreckigen Witz und flotten Spruch seine hochpreisigen Seminare wie warme Semmeln. Nun sind Seminare etwas Immaterielles. Aber wären sie echte Dinge zum Anfassen, haptisch, würden ihm die 80 Teilnehmer die heiße Ware regelrecht aus der Hand reißen. Die Teilnehmer hängen an seinen Lippen. Er stellt ein Produkt nach dem anderen vor, die Kosten seiner Seminare sind drei- und vierstellig. Also nichts, was man mal eben so aus Lust und Laune zwischendurch in die Einkaufstüte packt. Aber hier im Raum kauft fast jeder mindestens eines von seinen Produkten.

Bestseller-Autorin Romy Hausmann über Dranbleiben, Scheitern und Sinn

Romy Hausmann ist Frau der Stunde. Anfang 2019 erschien ihr fulminantes Thriller-Debut “Liebes Kind”, welches die Bestsellerlisten aus dem Stand im Sturm eroberte. Hunderte Amazon-Rezensionen, Lesungen, Buchbesprechungen - an Romy kommt derzeit niemand vorbei. Romys Thriller ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich beängstigend - und das völlig ohne Waffen, Monster und Blutbäder, denn er setzt die gefährlichste aller möglichen Folterinstrumente ein: Den menschlichen Verstand.

Aber schauen wir mal hinter die Kulissen: Kam dieser unglaubliche Erfolg über Nacht? Da ist diese Romy scheinbar aus dem Nichts einfach da und mal eben on Top of the Literatur-World. Aber wie so oft: Das, was wir im Außen sehen und wahrnehmen, ist noch lange nicht das ganze Bild. Denn Romy kam nicht aus dem Nichts. Wie bei den meisten Erfolgsgeschichten ist auch ihr Erfolg im stillen Kämmerlein jahrelang hart erarbeitet.

Mensch + Maschine = fucking awesome

Noch nie waren Menschen und das Menschliche so wichtig wie im Zeitalter der Algorithmen und all dem ganzen Digitalisierungs- und Technikgedöns. Das ist das Fazit aus dem wunderbaren Buch „Hello World - Was Algorithmen können und wie sie unser Leben verändern“ der britischen Mathematikerin Hannah Fry. 

Was mich an dem Buch beeindruckt hat: Wie reflektiert und smart Hannah Fry die Chose mit den Algorithmen betrachtet, darstellt und analysiert. Sie malt keine Zukunftsutopien aber auch keine Zukunftsdystopien an die Wand - wie so viele andere der digitalen Möchtegern-Elite - aber auch ihre Gegner - es gerade ständig tun. 

Hannah Fry schaut sich die Dinge einfach erst mal nur an. Was können, nach dem heutigen Stand der Dinge, Algorithmen alles? Was sind selbst lernende Systeme? Was ist künstliche Intelligenz überhaupt? Was macht es mit uns? Wie verändern sie Gesellschaften? Hannah Fry bewertet dabei nicht. Aber sie stellt wichtige Fragen. Welche Macht hat der, der Daten hat? Was kann man man damit alles anstellen? Sie zeigt die „guten“ Geschichten, bei denen Überwachung, Datensammlungen, Technik, Gesichtserkennung und Algorithmen dabei wunderbar helfen, Verbrechen aufzuklären oder Krebsprognosen zu erstellen. 

Sie erzählt aber auch die „bösen“ Stories. Wie Daten missbraucht werden. Die Digital-Jünger, die sabbernd und neidisch alle nach China starren und China bewundern, wie toll China doch gerade in Sachen künstliche Intelligenz in Siebenmeilenstiefeln voran schreitet und Milliarden investiert. Bravo! Toll! Super! Aber warum macht China das denn? Weil es seine Bürger zu 100% kontrollieren will. Ich kann und will immer noch nicht glauben, dass es so etwas wie das Bürger-Bewertungs-System „Sesame“ wirklich gibt.

Gibt es wirklich keine (guten) (erfolgreichen) (und nicht genug) Speakerinnen?

Wie holen wir mehr Frauen auf Speaker-Bühnen? Eine Anstiftung für Kongress- und Event-Veranstalter, (angehende) Speakerinnen, Speaker, Männer und Frauen.

Es gibt viel zu wenig gute und erfolgreiche Speakerinnen. Sagt man. Leider ist das kein Klischee und keine Floskel. Es ist frustrierende Realität. Schaut man sich die großen Speaking-Events an, egal, von welchem Veranstalter organisiert, sind Frauen on stage Mangelware. Immer.

Es ist längst überfällig, das zu ändern. Denn wo fast nur Männer sich in Szene setzen, wird ein Bild einer Gesellschaft gezeichnet, die den allerortens propagierten Ansprüchen von Change, Future, Veränderung, Wachstum, Wandel und Innovation nicht ansatzweise gerecht wird.

Warum ist das so? Warum sind Frauen auf den Bühnen der Erfolgskongresse und in den Experten-Panels so unterrepräsentiert? Es gibt dafür 1000 Gründe und sicher genauso viele schale Ausreden. Im Rahmen dieses Textes will ich aber nicht auf all diese Gründe eingehen, sondern möchte konkrete Lösungen für dieses Problem anbieten, Vorschläge und Ideen liefern. Denn ja, es ist ein verdammtes Problem. Ein Problem, dem sich anscheinend niemand bisher mit Chuzpe stellen möchte. Und auch das wird seine Gründe haben.

"Blind zu sein ist das Beste, was mir passiert ist!" – Unternehmer, Querdenker & Abenteurer Erich Thurner // Interview (11)

Ende Oktober 2018. Ich stehe wartend am Bahnsteig des Flughafen Köln-Bonns und beobachte, wie eine Flughafenmitarbeiterin einen offensichtlich blinden und offensichtlich ziemlich gut gelaunten Mann zum Bahnsteig begleitet. Die beiden unterhalten sich angeregt, scherzen, lachen. Ich will mich schon wieder meinen eigenen Gedanken zuwenden, da kommt die Frau mit dem Mann im Arm schnurstracks auf mich zu. “Fahren Sie nach Köln?”, fragt sie. Ich: “Äh, ja.” Sie: “Na dann nehmen Sie den jungen Mann mal mit, er muss zum Hauptbahnhof.” Ich war völlig verdattert. “Äh, okay.” Und dann stand er da, neben mir, der lebenslustige, wortgewandte und rotzfreche Erich. Wir fingen sofort an zu quatschen, ich fragte ihn frei raus, warum er blind sei. Nachhaltig hängen geblieben ist mir seine Antwort: “Blind zu sein ist das beste, was mir passiert ist.”

Unternehmer, Flugbegleiter und einfach ein guter Mensch: Jan Roskosch // Interview (10)

Kann man Unternehmer sein und gleichzeitig Flugbegleiter? Kann man in der 12. Klasse die Schule schmeißen und ohne Studium mit 18 seine erste Firma gründen? Kann man mit 24 seine erste Firmenfusion managen? Kann man bei all dem auch noch on top einfach nur ein richtig guter und netter Mensch sein? Man kann, wie Unternehmer, Agenturgründer und begeisterter Teilzeit-Flugbegleiter Jan Roskosch zeigt.

“Die Hölle ist, wenn du am Ende deines Lebens dem Menschen begegnest, der du hättest sein können.

Ich will einfach die beste Version meiner selbst sein und werden, sagt er, und stürzt sich dafür rein ins Leben. Schmeißt die Schule kurz vorm Abi, um das, was er eh schon nebenher macht, professionell aufzuziehen: Industrie-Werbefilme drehen. Schule wäre da nur Zeitverschwendung gewesen, genau wie ein Studium. Mittlerweile leitet und managed er, gemeinsam mit einem Kompagnon, seine selbstgegründete Marketing-Agentur Movyng Media, die gerade mit zwei anderen Firmen fusioniert.

The real 10 year challenge

„Ich bin ja jetzt in dem Alter, in dem alle um mich herum heiraten und Kinder kriegen. Sich setteln und so. Ankommen halt“, sagte neulich eine Endzwanzigerin auf einer Party zu mir. Ich so: „Hm“. Und dachte still: Ach Schätzelein. Und ich bin einer Phase, in der alle um mich herum, einschließlich mir, all das, von dem sie noch vor 10 Jahren dachten, dass es the real shit sei, hinterfragen. Und teilweise auch alles, was in 10 Jahren aufgebaut wurde, wieder einreißen. Oder zumindest umbauen. Und wenn sie nicht den Mut dazu haben, eben dicke Masken aufsetzen.

Welcome to the real 10 year challenge. So viel mehr als nur zu zeigen, wie wenig man gealtert und wie wunderschön und knackig man doch immer noch ist. Im Zeitalter von Facetune und Photoshop sowieso ein Witz. Alles Fassade. Aber was steckt dahinter?

10 Jahre. Ein Quantenpups im universellen Gesamtzusammenhang. In meinem kleinen Leben eine ganze Ewigkeit. Eine Fingerschnipp-Ewigkeit.

Tod. Auf einmal sterben liebe Menschen einfach so und aus dem Nichts. Und es sind deine Freunde. Nicht die Omas und Opas, die nach einem langen Leben dann auch einfach mal sterben dürfen. Nein, es sind deine Freunde. Pi mal Daumen deine Altersklasse. Fuck.

Trennungen. Neuanfänge. Türen, die sich schließen. Türen, die aufgehen. Menschen gehen lassen. Andere in dein Leben lassen. Unverhofft.

Wie geht Glück? – Interview mit Glücksforscherin Maike van den Boom

Für GEDANKENtanken habe ich die Glücksforscherin und Bestseller-Autorin Maike van den Boom interviewt. Wie wird man glücklich? Und warum kriegen die Skandinavier das besser hin als wir Deutschen? Und was haben Eigenverantwortung, Konsens und Zimtschnecken damit zu tun?

Ein lebensfrohes und inspirierendes Gespräch. Mit Kaffee und Kuchen – denn “Keep calm and have a FIKA” das ist die Devise in Schweden. “Fika” hat nichts mit Schmuddelkram zu tun, sondern ist die Kunst der Kaffe-Pause, die in Schweden gesetzlich verordnet ist.

Minimalismus, Ego, Freiheit, Gott: Wandermönch & spiritueller Krieger Mirko Betz // Interview (9)

Mirko Betz´ Lebensstory hört sich an wie ein ziemlich verrücktes Drehbuch: Große Erfolge als Klamotten-Designer, Drehbuchschreiber in L.A. (unter anderem ein Drehbuch an keinen geringeren als Roland Emmerich verkauft) und Szene-DJ, 16 Jahre in California, mehrere Jahre als Einsiedler an einem Strand in Tulum in Mexiko. Große Erfolge, aber auch fetteste Krisen – pleite gehen, Trennungen, Scheidung, schwere Krankheiten.

“Ich hatte das große Glück, dass alles, was mir wichtig war, mehrmals genommen wurde. Das war mein Boot-Camp. Das Leben und meine Krisen waren und sind meine Lehrer. Jede Krise birgt eine immense Chance, wenn wir bereit sind, sie wahr zu nehmen. Jeder Zusammenbruch ist ein Geschenk.”

Seit 2009 ist Mirko wieder zurück in Deutschland und lebt als Wandermönch, Pilger und spiritueller Krieger minimalistisch – ohne eigene Wohnung, ohne Besitz. Mirko hat gelernt, dem Leben zu vertrauen, denn das Leben und das Universum sorgt immer für dich. Für Mirko ist klar: Minimalismus schenkt dir die Freiheit, NEIN sagen zu können. Andere hetzen sich im Hamsterrad ab, immer mehr und mehr, Mirko geht statt dessen im Wald spazieren.

Eine Scheiß-Kindheit ist keine Ausrede! – Christina Grahn // Interview (8)

Kann man ein glückliches und erfülltes Leben führen, wenn man eine Scheiß-Kindheit hatte? Eine richtige Scheiß-Kindheit mit Hass, Ablehnung, Schlägen, psychischem, physischem und sexuellem Missbrauch?

Christina Grahn erzählt offen, ehrlich und bewegend aus ihrem Leben, in dem ihr lange Zeit nichts geschenkt wurde. Aus der Ablehnung, die sie schon als Kind erfahren musste, entwickelte sie Selbst-Hass bis hin zur körperlichen Selbstzerstörung (Minderwert, Kleinheit, Ess-Störung, Auto-Immunkrankheit, schon sehr früh auf sich gestellt sein aber es hinkriegen müssen, sich selbst quälen und maximal ablehnen …) Wie kann man so etwas überhaupt überleben, geschweige denn die Kraft finden, sich aus all dem zu befreien und das Leben seiner Träume zu führen? Christina hat es geschafft. “Du musst hinsehen und dich dem stellen”, sagt Christina.

Wenn du musst, dann lass es! – Stephan Zeitz // Interview (7)

"Ich will nichts mehr müssen, sondern nur noch wollen!", das ist Stephan Zeitz´s Lebensdevise. Dass er ziemlich viel will, das beweist sein spannender Lebenslauf: Vom aus dem System ausgeschlossenen DDR-Kind zum freien Jeans-Verkäufer mit fetten Umsätzen, vom Bauarbeiter zum Stuckateur zum Möbelhändler zur Führungskraft, nebenbei noch eine eigene Bar aufgemacht und betrieben, ach, und Buchhändler war er auch noch einige Jahre. Mittlerweile ist Stephan mit Leib und Seele Coach und gibt mit seiner eigenen Firma SYNAPSIO Seminare vor allem im Bereich Führung und Personalentwicklung. Sein Lebensweg beweist, dass man auch mit Zick-Zack ankommt. "Jede der Dinge, die ich gemacht habe, habe ich immer ganz bewusst getan. Weil ich in dem Moment Bock drauf hatte!", sagt er. Vor allem der Kontakt mit Menschen, darum geht es ihm immer wieder. Aber auch er hatte seine Lektionen zu lernen: "Es gab auch in meinem Leben den Moment, da musste ich in den Spiegel schauen und erkennen, dass ich mit mir nicht befreundet sein möchte." 

Felix Klemme: Raus-Sein, Porsche, Freiheit // Interview (6)

Eigentlich ist Felix Klemme "fucking erfolgreich": Bekannter und beliebter TV-Coach (u.a. vier Staffeln "Extrem Schwer", RTL2), mehrfacher Bestseller-Autor, Fitness-Unternehmer (Outdoor Gym), Neos Award Personal Trainer des Jahres 2015, glücklicher dreifach-Papa und Familienmensch, Markenbotschafter für Jack Wolfskin und Porsche. Und doch sagt er: "Eigentlich war ich die letzten Jahre nicht wirklich erfolgreich".

Warum sich Felix bei dieser beeindruckenden Bilanz nicht erfolgreich gefühlt hat (der Fluch der fremdbestimmten TV-Karriere ...) und was Erfolg haben für ihn wirklich bedeutet, darüber haben wir gesprochen. 

Einmal Thailand to go, bitte! – Ein Reisebericht

Es heißt ja immer, follow your heart, follow your dreams. Sieh zu, dass du deine Bucket-List abarbeitest, und all die Dinge tust, die du schon immer mal machen wolltest. Oder bei denen dir deine innere Stimme sagt, dass du dieses und jenes jetzt unbedingt mal erledigen solltest. Habe ich gemacht, im April war ich z.B. in California, weil ich einfach da hin MUSSTE. Und es war großartig. 

Aber ich bin bekloppt. Ziemlich bekloppt. Bucket-List abarbeiten kann ja schließlich jeder. Aber was ist mit all den Dingen, die nicht auf unseren Bucket-Lists stehen? Dinge, die uns eigentlich gar nicht reizen, wir eben keinen „Call des Herzens“ erhalten, es uns nie gejuckt hat? Wäre es nicht total verrückt, total spannend, sich genau deshalb mal etwas rauszupicken, auf das man, eigentlich, gar keinen Bock hat? 


Lesson 1: Ärgere dich mal selbst. Tue Dinge, die du so gar nicht auf dem Schirm hast. Und lass dich überraschen, welche Geschenke sich darin verstecken.


Es ist heute keine große Sache mehr, Urlaub in Asien zu machen. Irgendwie war doch schon mal jeder in Thailand oder auf Bali, die Hipster traveln durch Vietnam, und die Esos detoxen, cleansen und meditieren in Indien. Mich hat das aber nie gereizt. Asien verursachte immer nur ein Schulterzucken bei mir. Asien hat mich nie gerufen. So schön und verlockend die Strandbuchtbilder mit dem türkisblauen Kristallwasser auch aussehen, und so viele verrückte Geschichten man von dort auch hört. Im Gegenteil, mein Bauch flüsterte mir immer zu: Asien? Brauchen wir nicht, wollen wir nicht! Zu heiß, zu trubelig, zu anders, zu komplett andere Vibes, zu dreckig, zu fremd, zu scharfes Essen, zu iih-bäh-nee, no thanks, not for me. Yes, I´m a very open minded person mit so überhaupt keine Vorurteile.