Digitalisierung

Ich bin eher Gegen- als Rückenwind gewohnt: Lehrerin Nina Toller

Wenn man Nina Toller auf ihren Social-Media Kanälen verfolgt, kommt man aus dem Schwärmen und Seufzen gar nicht mehr raus. Wie gern hätte man selbst so eine Lehrerin gehabt! Man kann die Lobeskeule nicht genug für Nina schwingen und möchte am liebsten dafür beten, dass sich alle Lehrer Deutschlands von ihr eine ordentliche Scheibe abschneiden. Denn Nina ist leidenschaftliche Junglehrerin. Sie engagiert sich für ihre Schüler mit immer wieder neuen Ideen und Konzepten, gestaltet ihren Unterricht so, dass dieser einfach nur Spaß macht. Sie ist mit ihrem ganzen Herzen dabei, ihr Instagram-Account ist voll mit wunderschönen Dingen und Ideen, mit denen sie ihre Schüler motiviert, stärkt, supported und natürlich auch den Unterricht auf inspirierende Art und Weise gestaltet. Sie bastelt liebevolle Abschiedstüten für ihre Schüler mit Mutsteinen und individuellen Messages, sie hat die Schublade voll mit Stickern und bunten Stempeln, mit denen Klausuren und Hausaufgaben kommentiert werden, sie lässt sich immer wieder neue Dinge für den Unterricht einfallen. Einfach stupide und lustlos den Lehrplan abarbeiten, das gibt es bei Nina nicht. Sie geht die Extra-Meile für ihre Schüler, jeden Tag. All das allein ist schon bewundernswert, unglaublich inspirierend und beeindruckend.

Mensch + Maschine = fucking awesome

Noch nie waren Menschen und das Menschliche so wichtig wie im Zeitalter der Algorithmen und all dem ganzen Digitalisierungs- und Technikgedöns. Das ist das Fazit aus dem wunderbaren Buch „Hello World - Was Algorithmen können und wie sie unser Leben verändern“ der britischen Mathematikerin Hannah Fry. 

Was mich an dem Buch beeindruckt hat: Wie reflektiert und smart Hannah Fry die Chose mit den Algorithmen betrachtet, darstellt und analysiert. Sie malt keine Zukunftsutopien aber auch keine Zukunftsdystopien an die Wand - wie so viele andere der digitalen Möchtegern-Elite - aber auch ihre Gegner - es gerade ständig tun. 

Hannah Fry schaut sich die Dinge einfach erst mal nur an. Was können, nach dem heutigen Stand der Dinge, Algorithmen alles? Was sind selbst lernende Systeme? Was ist künstliche Intelligenz überhaupt? Was macht es mit uns? Wie verändern sie Gesellschaften? Hannah Fry bewertet dabei nicht. Aber sie stellt wichtige Fragen. Welche Macht hat der, der Daten hat? Was kann man man damit alles anstellen? Sie zeigt die „guten“ Geschichten, bei denen Überwachung, Datensammlungen, Technik, Gesichtserkennung und Algorithmen dabei wunderbar helfen, Verbrechen aufzuklären oder Krebsprognosen zu erstellen. 

Sie erzählt aber auch die „bösen“ Stories. Wie Daten missbraucht werden. Die Digital-Jünger, die sabbernd und neidisch alle nach China starren und China bewundern, wie toll China doch gerade in Sachen künstliche Intelligenz in Siebenmeilenstiefeln voran schreitet und Milliarden investiert. Bravo! Toll! Super! Aber warum macht China das denn? Weil es seine Bürger zu 100% kontrollieren will. Ich kann und will immer noch nicht glauben, dass es so etwas wie das Bürger-Bewertungs-System „Sesame“ wirklich gibt.