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Unternehmer, Flugbegleiter und einfach ein guter Mensch: Jan Roskosch // Interview (10)

Kann man Unternehmer sein und gleichzeitig Flugbegleiter? Kann man in der 12. Klasse die Schule schmeißen und ohne Studium mit 18 seine erste Firma gründen? Kann man mit 24 seine erste Firmenfusion managen? Kann man bei all dem auch noch on top einfach nur ein richtig guter und netter Mensch sein? Man kann, wie Unternehmer, Agenturgründer und begeisterter Teilzeit-Flugbegleiter Jan Roskosch zeigt.

“Die Hölle ist, wenn du am Ende deines Lebens dem Menschen begegnest, der du hättest sein können.

Ich will einfach die beste Version meiner selbst sein und werden, sagt er, und stürzt sich dafür rein ins Leben. Schmeißt die Schule kurz vorm Abi, um das, was er eh schon nebenher macht, professionell aufzuziehen: Industrie-Werbefilme drehen. Schule wäre da nur Zeitverschwendung gewesen, genau wie ein Studium. Mittlerweile leitet und managed er, gemeinsam mit einem Kompagnon, seine selbstgegründete Marketing-Agentur Movyng Media, die gerade mit zwei anderen Firmen fusioniert.

Kill your darlings & time to say Goodbye: Seine Firma bei EBAY verkaufen

Darf, soll, will man über sein eigenes „Scheitern“ schreiben? Das raus posaunen? Mit der Welt teilen? Neee, das macht man doch nicht! Aber warum eigentlich nicht?

Scheitern ist ja das neue cool, FuckUpNights sind voll in, und yeah, Scheitern ist ja ach so voll sexy. Sagen alle, liest man überall. Hinfallen, auf die Fresse fliegen, wieder aufstehen, weiter geht´s. Hm. Wenn man das bei und von ANDEREN liest, ist das ja auch voll cool. Wenn´s dabei aber um einen selber geht, ist das vor allem nur eins: Voll Scheiße. Richtig mega-arsch-kack-Scheiße.

Denn natürlich will man nur seine Erfolge feiern. Aber da, wo man auf die Fresse geflogen ist, das am liebsten vertuschen, verheimlichen, untern Teppich kehren. Und ich denke mir: Nö. Raus damit. Ich gebe zu, ich habe lange damit gehadert. Denn es tut nicht nur weh, sich das selbst einzugestehen, dass Dinge nicht so gelaufen sind, wie man es mal vorhatte, sondern eben auch, das nach außen mit Haltung und Würde zu vertreten. Jeder bildet sich auf deine Story einen eigenen Reim, jeder hat dazu eine Meinung, sicherlich nicht immer die schönste. Aber das ist am Ende des Tages ja auch nicht mein Problem, ich kann es sowieso nicht kontrollieren, was andere sagen und denken. Und es geht auch gar nicht um die anderen. Und doch haben wir genau davor die meiste Angst, wenn wir ehrlich sind. Was sagen und denken die anderen? Und doch ist genau das nur eins: EGAL. Völlig irrelevant. 

PIVOTING - Die radikale Umkehr von Geplantem

Im Buch „Silicon Valley“ von Christoph Keese habe ich zum ersten Mal vom Begriff „Pivoting“ gelesen. Ich wunderte mich, dass mir der Begriff bis dahin noch nie begegnet war, ich vorher noch nie etwas davon gehört hatte. Dabei ist der Begriff ein echt alter Hut in der StartUp-Szene.  

Jedenfalls ist das keine neue fancy Sex-Praktik, denn irgendwie klingt es etwas danach, und ich muss mich an dieser Stelle für meine schmutzigen neuronalen Verknüpfungen entschuldigen. Pivoting im Management-Kontext bedeutet vielmehr die radikale Veränderung und Neuausrichtung von Geschäftsmodellen. „Pivoting“ heißt „Schwenken“.