Essen ist Zeitverschwendung!

Nichts essen?! Das macht man doch nicht! Doch. Und zwar so.

Es gibt so Tage, eigentlich recht oft, da habe ich überhaupt keine Lust und noch weniger Zeit, mir großartig was zu essen zu machen, mittags essen zu gehen oder mir im Home-Office was zusammen zu zimmern. An solchen Tagen koche ich nur einmal, abends, was leckeres und gesundes, worauf ich mich auch richtig freue. Aber den Rest des Tages will ich in Action sein und meine wenige Zeit nicht mit Essen verplempern. Da empfinde ich Essen echt als Zeitverschwendung und Belastung. 

Und es gibt Tage, da bin ich viel unterwegs, und da habe ich erst recht keine Lust auf die ganzen furchtbar schlechten To-Go-Ernährungsangebote, über die ich mich nur aufregen könnte. Ich komme in Meetings, da stehen Brezeln und Croissants und Brötchen auf dem Tisch. Nein, verdammt, ich will das nicht essen! In Tankstellen das übliche processed food, Bockwürstchen und Muffins. Na super. Ja, es gibt auf Bahnhöfen und Flughäfen zwar hier und da halbwegs gesunde Alternativen, aber die sind immer noch vollgepumpt mit Industrie-Pampen, viel zu viel Zucker und viel zu wenig Nährstoffen. Einfach zu viel „beiges“ und „braunes“ Essen, wie ich es immer nenne, frittierte und gebackene Null-Nährstoff-Kalorien-Füllmengen-Bomben, die nichts, aber auch rein gar nichts, für dich tun. Im Gegenteil. Das Zeug macht dich kaputt. 

Natürlich habe ich Hunger. Und an solchen wie oben beschriebenen Tagen dann einfach mal stundenlang NICHTS zu essen, ist dann eben doch keine Alternative. Wie soll ich meinen Job gut machen, wenn der Magen knurrt, mir schlecht vor Hunger ist, und ich dann doch irgendwann vor Hunger über pappige Brötchen mit leeren Kalorien mit null Nährstoff-Gehalt her falle? Ich habe den Anspruch, dass das, was ich da oben in mich rein pfeife, mir und meinem Körper „was bringt“. Ich will mich selbst mit allen Nährstoffen versorgen, die ich brauche, und natürlich will ich satt sein. 

Was also machen? 

Ich bin, schon vor längerer Zeit, über den Artikel „Das Endes des Essens“ in der ZEIT gestolpert. 

Die Story kurzgefasst: Ein IT-Futzie aus dem Silicon Valley hatte keine Zeit und Lust auf Kochen und Einkaufen, wollte aber trotzdem nicht hungern und gut funktionieren, recherchierte, was der menschliche Körper so braucht, bestellte sich alle Zutaten, Proteine, Kohlenhydrate, Vitamine etc im Netz - und mischte es zu einem Pulver. Von dem er sich dann nach eigenen Angaben, vermischt mit Wasser als Shake, fast ausschließlich ernährte. Er sparte jeden Tag mehrere Stunden Zeit, und auch finanziell sei diese Art der „Ernährung“ durchaus interessant, weil sie viel weniger kostet als normal üblich. 

In dem Artikel wurde also genau mein „Problem“ geschildert: “Essen war eine große Belastung", schrieb Rhinehart in einem Blogeintrag. Dass er es überhaupt brauchte, nervte ihn. Die Zeit, die er in die Zubereitung und den Einkauf steckte, wollte er sinnvoller nutzen.“ 

Die Pampe, die der IT-Ingenieur da zusammen braute, nannte er SOYLENT. Es hat ein bißchen was von Astronauten-Nahrung. Das selbst zusammengebraute Zeug fand schnell Anhänger und Fans, die alle die gleichen Ansprüche oder besser gesagt, Nicht-Ansprüche an Ernährung hatten – und aus dem in der Küche zusammen gerührten Pulver wurde schnell ein echtes Hype-Produkt, das auf dem US-Markt verkauft wurde. Wieder eine verrückte StartUp-Story mehr. 

Was mich daran auch faszinierte, und worüber ich auch viel in meinen Vorträgen und Seminaren spreche, ist das „RULE-BREAKING“ dahinter. Einfach mal bekannte Wahrheiten auf den Kopf stellen, gemäß dem First Principle Thinking. Nicht akzeptieren, wonach die ganze Welt lebt („Aber man muss doch mindestens 3 mal am Tag kochen und essen!“ – Achja? Wer behauptet das? Muss ich?!), sondern nach anderen Wegen, Lösungen und Alternativen suchen.

Vor ca. einem Jahr postete ich auch einen Artikel darüber, warum ich nicht mehr frühstücke. Der Artikel ist bis heute der mit unfassbarem Abstand meist gelesene und geklickte Artikel auf meiner Website. Ist schon irgendwie witzig, und vielleicht bin ich auch etwas beleidigt, denn da gibt man sich echt Mühe, regelmäßig kluge, smarte Gedanken mit der Welt zu teilen, in denen es um Innovation, Freiheit, Unabhängigkeit, Philosophie etc. geht, und das lockt jetzt nicht soooo wirklich die Katzen hinterm Ofen hervor. Aber was bricht alle Rekorde? Wenn es ums banale Futtern geht, um Abnehmen und Nicht-Frühstücken … Vielleicht sollte ich doch Foodblogger werden … 🤔? 

Zurück zu Soylent. Ich fand die Idee dahinter also super. Und war bekloppt und neugierig genug, das auch direkt auszuprobieren. 

Ich recherchierte, ob es Soylent auch in Deutschland gibt, aber nein, leider nicht. ABER: Es gibt eine Vielzahl an Me-Too-Produkten, die das Konzept aufgreifen, ja, man kann auch sagen: Copycats. 

Und so probierte ich mich einfach mal durch alle Angebote durch. Da gibt es zum Beispiel diese Varianten: 

Ganz ehrlich: Die meisten dieser Food-Substitute-Shakes schmecken nicht. Wobei das natürlich immer auch Geschmackssache ist, das muss jeder für sich selbst heraus finden. Ich weiß, es geht dabei in erster Linie auch gar nicht um Genuss, sondern allein um die Funktionalität, dass dein Körper eben einfach bekommt, was er braucht. Vieles ist arg pampig, hat merkwürdigen Geschmack, eine schleimige Konsistenz oder es schmeckt zu künstlich nach den zugegebenen Geschmacks-Richtungen. 

Aber ich hatte eben doch schon den Anspruch, dass es wenigstens ein klein wenig schmeckt. Einfach alles runter kippen, ja, das geht, satt biste auf jeden Fall auch, und es erfüllt seinen Zweck, aber so ganz widerwillig muss das ja auch nicht sein. 

Und dann entdeckte ich BERTRAND.

Und das Zeug ist richtig lecker! Und ich seitdem Fan, und Bertrand mein ständiger Begleiter. Ich fülle mir den Shaker mit Pulver, die Flasche kommt in meine Tasche, und wenn ich unterwegs Hunger habe, kommt Wasser drauf, was ich mir dann kaufe, aus dem Wasserhahn oder was ich eh dabei habe, ordentlich schütteln, kurz stehen lassen, damit es etwas dicker wird, und dann Prost. Es schmeckt gut, angenehm, so ein bißchen wie Porridge, es hat etwas Crunch durch die Nüsse. Und die verschiedenen Geschmacksrichtungen sind dezent, nicht so eklig künstlich wie bei anderen Produkten. Ich bin dann weiter fit wie ein Turnschuh, leistungsfähig, mir geht es gut, und ich bin wirklich vier Stunden pappensatt, ohne Lust oder Appetit oder Hunger auf was anderes zu haben. Und bin einfach froh, mir nichts von Bäcker oder Tanken oder Bahnhofs-Kiosks reinpfeifen zu müssen. 

Wichtig: Diese Drinks sind KEINE Diät-Shakes! Im Gegenteil. Eine Portion ersetzt eine ganze Mahlzeit, und haut mit knapp 600kcal schon richtig rein. Aber genau darum geht es ja. Dass man satt ist, und dem Körper alles gibt, was er braucht - ohne „essen“ zu müssen, und sich alles, was damit zusammen hängt, sparen zu können (einkaufen, kochen) 

Bertrand ist gluten-frei, also auch für Gluten-Futzies (was es mit den Gluten-Futzies auf sich hat, hier die Story dazu) prima geeignet. Wer also auch keine Lust auf Kantinen-Fraß, Leere-To-Go-Kalorien oder einfach keine Zeit hat, was zu essen, dem lege ich ans Herz, das einfach mal auszuprobieren. 

Ich empfehle bei Bertrand unbedingt, die "ACTIVE"-Variante zu nehmen. Die ist ein paar Cent teurer, enthält aber doppelt so viel Protein, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass das dann auch wirklich vier Stunden am Stück richtig satt macht. Bei der Classic- oder der Vegan-Variante ist nur halb so viel Protein drin, da hatte ich nach zwei Stunden schon wieder Hunger.

Natürlich ernähre ich mich nicht ausschließlich davon. Das ist nur eine Notlösung, für die Tage und Momente wie am Anfang des Textes beschrieben. Aber eine ziemlich gute! Sich komplett davon zu ernähren, das soll theoretisch möglich sein, aber so plemplem, wie manch IT-Nerd im Silicon Valley, der sich wochenlang nur von dem Zeug ernährt, bin ich nicht. Ich liebe Essen, ich liebe es zu kochen. Essen ist Genuss, Spaß, Sinnlichkeit. Na klar! Aber ich will das nicht drei mal am Tag machen, weil mir dafür meine Zeit einfach für andere Dinge zu kostbar ist. Und ich will auch nicht den ganzen Mist essen, der mir vorgesetzt wird, wenn ich unterwegs bin. 

P.S. Nein, das ist kein sponsored Post, ich bekomme nichts von den hier vorgestellten Pülverchen-Firmen. Ich will nur meine Erfahrung teilen, und einfach zeigen, dass man auch in Sachen Ernährung das „Das macht man doch nicht-Prinzip“ anwenden kann. 


Über die Autorin: 

Das macht man doch nicht?! DOCH! Henriette Frädrich lebt und arbeitet schon lange selbst ziemlich glücklich und erfolgreich nach dem Motto: Mach doch einfach, was du willst. Doch nicht nur das: Sie erforscht die Muster, Verhaltensweisen und Methodiken erfolgreicher und glücklicher "Regelbrecher" weltweit. Die daraus resultierenden Erkenntnisse vermittelt sie in ihren inspirierenden, motivierenden und unterhaltsamen Keynote-Vorträgen